MatchBook und so – Was ist eigentlich ein Bundle?

 Vor kurzem kündigte Amazon für seine amerikanische Filiale Amazon.com an, dass ab Oktober 2013 das Programm MatchBook starten solle. Amerikanische Kunden können nun zu einem gedruckten Buch die entsprechende E-Book-Ausgabe zu einem stark verminderten Preis oder kostenlos erhalten, beispielsweise im Rahmen einer Werbeaktion. Voraussetzung für ein entsprechendes Angebot ist, dass die Verlage an MatchBook teilnehmen. Ein ähnliches Programm gibt es auch in Deutschland schon länger für Käufer von Musik-CDs.

Die Verbindung von gedrucktem Buch und E-Book heißt Bundle. Der englische Begriff bedeutet Bündel. Es werden also Produkte gemeinsam angeboten, die sich ergänzen oder zusammenpassen. Im Fahrradbereich bieten Online-Händler beispielsweise Sets aus Scheinwerfer und Rücklicht an. In diesem Fall spricht man von einem „Beleuchtungs-Bundle“. Kunden lieben solche Angebote. Bundles sparen Zeit, indem sie passende Produkte kombinieren, welche die Kunden ansonsten mühevoll hätten auswählen müssen. In diesem Produktsegment sind Bundles anerkannt und werden als „Mehrwert“ geschätzt.

Der Erfolg des MatchBook-Programms hängt nicht nur von der Bereitschaft der Rechteinhaber ab, gedruckte Bücher und E-Books als ein Produkt anzubieten. Auch die Leser müssten Interesse signalisieren.

  • Vorstellbar ist, dass für einige Leser das Bundle den Einstieg in das digitale Lesen erleichtert. Sie kaufen das gedruckte Buch, nehmen das Bundle, weil es Mehrwert verheißt und probieren das E-Book einfach mal aus, risikolos mit der Kindle-App.
  • Andere Kunden wollen nur das E-Book, haben aber nun ein Printbuch als Geschenk für konservative Leser.
  • Das für digital affine Leser überflüssige Printbuch kann leicht gespendet werden, z. B. einer der immer häufigeren kleinen freien Bibliothek oder für eine Bücherei.

Es ist noch nicht klar, wann das MatchBook-Programm auf Deutschland ausgedehnt wird. Deutsche Autoren bei KDP haben jedoch die Möglichkeit, ihre E-Books für Amazon.com am Programm teilnehmen zu lassen. Die Chancen fremdsprachiger Bücher auf dem amerikanischen Markt sind gering, aber vielleicht profitieren gerade sie durch das Bundling, etwa wenn das E-Book mit seiner Übersetzungsfunktion als eine Art Wörterbuch parallel zum CreateSpace-Taschenbuch gelesen wird.

Für den deutschen Markt stellt das Buchpreisbindungsgesetz eine Hürde für die Teilnahme am Matchbook-Programm dar. Eine Extra-Ausgabe eines Titels für das Bundling wäre eine Lösung.

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