Nach dem Text – Überlegungen zur Gestaltung des Endes eines E-Books

 Der Leser hat sich durch den Text des E-Books gearbeitet. Wunderbar, genau das haben wir uns gewünscht. Noch ist die Handlung frisch in seinem Gedächtnis, sein Herz schlägt noch für die Charaktere und ein wenig auch für uns, die Autoren.

Was wünschen wir uns am Ende des E-Books von unserem Leser? Ich meine, zwei Dinge wünschen sich alle Autoren an dieser Stelle:

  1. Der Leser soll eine möglichst gute  Bewertung des E-Books abgeben.
  2. Der Leser soll einen weiteren Titel von uns herunterladen.

Dilemma am Ende des E-Books

Traditionell finden Leser am Ende eines Buches Informationen über den Autor und seine anderen Titel. Insbesondere Sachbücher enthalten außerdem Stichwortverzeichnisse, Glossare und Literatur- und Quellenverzeichnisse. All diese Informationen erwartet der Leser zu Recht, auch wenn er sie nicht penibel Wort für Wort lesen wird.

In Kindle-E-Books erscheint ganz am Ende ein Fenster, in dem der Leser aufgefordert wird, eine Bewertung abzugeben. Er erhält auch Vorschläge für weitere E-Books und kann mit einem Klick vom E-Book in den Kindle-Shop wechseln. Das ist eigentlich eine wunderbare Sache.

Doch wie viele Leser kommen nach dem „Ende“ unter dem eigentlichen Text noch bis zu diesem Fenster, wenn Verzeichnisse davor angesiedelt sind?

Den Leser früh packen

Ehe sich der Leser aus dem Text und auch noch aus dem E-Book hinausbegibt, sprechen Sie ihn direkt an. Bitten Sie den Leser gleich nach dem „Ende“ um eine Bewertung. Bedanken Sie sich für seine Aufmerksamkeit. Erinnern Sie ihn daran, dass Sie von seiner guten Meinung leben. Machen Sie ihm bewusst, dass seine Empfehlung für Ihren Unterhalt wichtig ist.

Erleichtern Sie Ihrem Leser das Bewerten. Sie dürfen nicht darauf vertrauen , dass Ihr E-Book im deutschen Kindle-Shop heruntergeladen wurde. Ihr Leser könnte in Großbritannien oder Japan leben und im dortigen Kindle-Shop einkaufen. Also sollten Sie sich die Mühe machen, Ihrem Leser Links zu allen Kindle-Shops, bei denen Ihr E-Book gelistet ist, anzubieten.

Das Ende nicht zu umfangreich gestalten

Stellen Sie sich die Frage, ob Ihr Leser alle Verzeichnisse und Zusatzinformationen im E-Book benötigt. Die Verzeichnisse könnten Sie auf Ihre Internetseite auslagern und immer dorthin verlinken. Das bedeutet natürlich zusätzlichen Aufwand beim Herstellen des E-Books. Andererseits können Sie Ihre Verzeichnisse so immer auf dem neusten Stand halten, ohne bei jeder kleinen Ergänzung jeweils das gesamte E-Book durch den Aktualisierungscheck laufen zu lassen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie dem Leser auf Ihrer Internetseite Ihre eigenen Titel und Ihr eigenes Zusatzmaterial besonders attraktiv anbieten können.

Wenn  Sie den Leser nicht aus dem E-Book führen möchten oder können, etwa weil Sie keine eigene Internetpräsenz haben, reduzieren Sie die Menge an Informationen zwischen Ihrem Textende und dem Fenster am Ende des E-Books. Verzichten Sie auf aufwändige Präsentationen Ihrer anderen Titel, stellen dafür Links zu Ihrer Buchseite in allen Kindle-Shops, in denen Sie Ihr E-Book gelistet haben, zur Verfügung. Erleichtern Sie Ihrem Leser das Einkaufen wie das Bewerten.

 

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