Shelf Unbound – das unabhängige Buchmagazin für Oktober/November 2013

 Seit drei Jahren gibt es das amerikanische Magazin ShelfUnbound, dessen Ziel es ist, die Bücher von unabhängigen Autoren und Kleinverlagen einem größeren Publikum vorzustellen. Entgegen der gängigen Vorstellung, Amerikaner kreisten kulturell nur um sich selbst, ist das Motto der Ausgabe für Oktober und November 2013 „Read Global“. Vorgestellt werden Autoren, deren Bücher ins Englische übersetzt wurden.

Der Argentinier Sergio Chejfec unterrichtet heute Spanisch an der Universität in New York. Sein von Heather Cleary übersetzter Roman „The Planets“ war 2013 Finalist eines Preises für das beste übersetzte Buch. Chejfec sagt über den Übersetzungsprozess, dass ein Autor in seiner Muttersprache das Recht auf Unklarheit besitzt, dieses für die Übersetzung jedoch abgeben muss, damit ein eindeutiger Sinn in die fremde Sprache übertragen werden kann. Er empfand diese Erfahrung als absurd. (Seiten 6-9)

Perrine Leblanc stammt aus dem französischsprachigen Teil Kanadas und interessiert sich für den Zusammenbruch der Sowjetunion. Ihr Buch „Kolia“ wurde von David Scott Hamilton übersetzt. Hamilton betont, wie schwierig es ist, den Rhythmus eines Textes von einer Sprache in die andere zu übertragen. Er beklagt auch die schlechte Bezahlung von Übersetzern, deren Arbeit es erst ermöglicht, Literatur in anderen Sprachen zugänglich zu machen. (Seiten 10-13)

Micheline Aharonian Marcom hat „A Brief History Of Yes“ über eine Frau mit amerikanischen und portugiesischen Wurzeln geschrieben. Dieses Buch wurde nicht übersetzt, eines seiner Themen ist jedoch die Unübersetzbarkeit mancher Worte, die Emotionen und Stimmungen beschreiben. (Seiten 14-17)

Auszüge gibt es aus Übersetzungen aus dem Italienischen („The Woman of Porto Pim“ von Antonio Tabucchi, übersetzt von Tim Parks), aus dem Bulgarischen („Everything Happens As It Does“ von Albena Stambolova, übersetzt von Olga Nikolova), aus dem Hebräischen („Some Day“ von Shami Zarhin, übersetzt von Yardenne Greenspan), aus dem Spanischen („The Tragedy Of Fidel Castro“ von João Zerqueira, übersetzt von Karen Bennett und Chris Mingay), außerdem aus einem Roman über das Leben einer Inderin in den USA („Biting Through the Skin: An Indian Kitchen in America’s Heartland“ von Nina Mukerjee Furstenau). (Seiten 22-30)

Das Photo Feature zeigt Google-Maps-Aufnahmen von niederländischen Landschaften. Die niederländische Regierung hat aus Geheimhaltungsgründen einzelne Bereiche verpixeln lassen. Die verwendete Methode hat, unfreiwillig, Kunstwerke geschaffen.  (Seiten 32-37)

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