„Hat jemand eine Idee, was ich schreiben soll?“ – Lesen Sie hier, warum das die falsche Frage ist und wie Sie Ideen sammeln können.

 Viele Menschen spüren den Drang zu schreiben. Sie suchen Rat in Foren. Dort suchen sie Gleichgesinnte und Anregung.

Erkennen Sie sich darin wieder?  Mit Ihren Freunden sprechen Sie ungern über den Wunsch zu schreiben. Vielleicht fühlen Sie sich nicht ernstgenommen. Andere angehende Autoren haben mehr Verständnis, hoffen Sie.

Ich möchte Ihnen keine Illusionen nehmen. Gewiss ist nicht jedes Forum gleich. Aber unter den Möchtegern-Autoren sind auch viele, die es nur cool finden, Mitglied in einem Autoren-Forum zu sein. Sie wollen nicht an sich und an ihren Texten arbeiten. Dafür beleidigen sie andere Mitglieder. Auch sollten Sie eines nicht außer Acht lassen:

Sie lernen am besten am Beispiel von Könnern, von Autoren, die nicht nur einen Text geschrieben, sondern ihn überarbeitet und  auch veröffentlicht haben. Lesen Sie mit dem Ziel herauszufinden, wie Bücher funktionieren.

Aber Ihr Wunsch ist es zu schreiben.

„Hat jemand eine Idee, was ich schreiben soll?“

Diese Frage verrät viel über Ihren großen Wunsch. Es ist jedoch die falsche Frage.

Warum ist es die falsche Frage?

Die Antwort ist einfach. Wer schreibt, schafft Neues aus sich selbst. Andere Menschen können keine Vorgaben machen. Sie können Anregungen geben. Die Auswahl liegt beim Schreibenden.

Erbetteln Sie die Ideen von anderen, übernehmen Sie einen detaillierten Vorschlag. Sie können daraus einen guten Text für eine Schulaufgabe schreiben. Aber es ist nicht Ihr Text.

Wenn  Sie schreiben wollen, brauchen Sie einen Fundus aus Ideen. Diese Ideen sammeln Sie überall und bewahren Sie sicher auf. In dieser Zeit des Aufbewahrens reifen Ihre Ideen, verändern sich und werden vielleicht zum Keim einer Geschichte.

Ihrer Geschichte.

Woher kommen Ideen?

Auch hier ist die Antwort einfach, jedenfalls auf den ersten Blick. Ideen finden Sie überall. Sie liegen und schweben um uns herum.

Ach ja? Wo bitte?

Ich gebe Ihnen eine kleine Liste, wo ich Ideen finde. Diese Liste ist alles andere als vollständig, aber sie zeigt Ihnen, wo Sie in Ihrem Alltag nach Ideen suchen können.

  • Bücher
  • Filme
  • Fernsehserien
  • Zeitungsartikel, Radiobeiträge, Kommentare im Internet, über die Sie sich ärgern oder freuen oder die Sie zum Lachen bringen
  • Gespräche mit Freunden oder Fremden
  • Gespräche, die Sie mitanhören
  • Erlebnisse beim Einkaufen
  • Beobachtungen unterwegs
  • Leserbriefe
  • ein Blick aus dem Fenster
  • der Geruch aus dem Abfluss
  • ein Fingerabdruck am Kühlschrank
  • ein Fußabdruck im Beet

Ideen sind überall. Aber sie sind flüchtig. Deshalb sollten Sie eine Idee packen und dingfest machen, ehe Sie sie vergessen.

Ideen sammeln

Beinahe jeder Autor hat seine persönliche Variante eines Notizbuches. Einige schreiben in Kladden, andere in Schulhefte, wieder andere tippen Ideen in ihr Smartphone. Welche Methode Sie wählen, ist gleichgültig. Zwei Dinge sollten Sie jedoch beachten:

  1. Ihre Notizensammlung sollte schnell zur Hand sein. Sie wollen nicht lange suchen.
  2. Ihre Notizensammlung sollte sicher sein und Ihre Ideen zuverlässig aufbewahren.

Wenn Sie Zeit haben oder Ihnen langweilig ist, werfen Sie einmal einen Blick in Ihre Sammlung. Sie werden staunen, was Sie da alles zusammengetragen haben. Vielleicht möchten Sie einige Gedanken der einen oder anderen Idee hinzufügen. Tun Sie das. Selbst wenn Sie nie an dieser Idee weiterarbeiten sollten, die Beschäftigung mit einer Idee lässt oft neue Ideen wachsen. Halten Sie auch diese Ideen in Ihrer Sammlung fest.

Je öfter Sie Ideen aufschreiben, desto geübter werden Sie, Ideen aus Ihrer Umgebung zu fischen. Damit sind Sie unabhängig von den wohlgemeinten Ratschlägen anderer. Diese Unabhängigkeit ist ein erster Schritt zu Ihrem kreativen Schreiben.

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