Mehr als Elfen – Die thematischen Möglichkeiten von Fantasy

 Fantasy ist ein beliebtes Genre, bei Lesern wie bei Autoren. Sieht man sich die Amazon-Charts an, findet man zahlreiche erfolgreiche Titel aus dem Fantasy-Genre. Besonders Indie-Autoren und Self-Publisher haben das Genre für sich entdeckt. Leser danken es. Doch der Erfolg ist zweischneidig. Der großen Beliebtheit steht der Vorwurf der Oberflächlichkeit und des Eskapismus gegenüber.

Fantasy bietet jedoch viel mehr als das Abtauchen in Welten, wo Elfen, Feen und Hexen die Wälder bevölkern und magische Schwerter auf den wahren Helden warten.

Herkunft: phantastische Erzählungen im Stile alter Sagen

Bereits im achtzehnten Jahrhundert entstanden Texte, die Sagen und Mythen aufgriffen und neu erzählten. Im neunzehnten Jahrhundert kamen übersinnliche Schilderungen hinzu. Phantastische Erzählungen und Fantasy waren lange Zeit Heftchen-Literatur und leiden heute noch unter dem Vorwurf, anspruchslose Literatur für die Massen zu sein.

Die Welt der Fantasy-Romane weist Ähnlichkeiten mit dem Mittelalter oder der Renaissance auf. Die Staaten sind klein, von Königen oder Helden angeführt. Religionen spielen eine wichtige Rolle. Priester und Priesterinnen, aber auch  normale Menschen können auf göttliche Entscheidungen einwirken.

Neben den Menschen existieren zahlreiche Wesen. Nicht wenige wie Feen, Drachen, Hexen, Zwerge sind aus Sagen und Märchen überliefert.

 Vorwürfe gegen Fantasy

Besonders verbreitet ist der Vorwurf des Eskapismus. Demnach flüchten Leser in eine Welt mit einfachen Strukturen, in denen Gut und Böse eindeutig zu erkennen sind, Abenteuer verbreitet sind und Zauberei erlöst. Fantasy-Literatur soll von der realen Welt mit ihren komplexen Problemen ablenken und den Wunsch stärken, „ein starker Mann“ möge endlich die Querelen und Korruption „der Politiker“ beenden.

Die Motive verschiedener Völker und Wesen im Zusammenspiel mit der Einteilung in Gut und Böse weckt häufig den Vorwurf, Fantasy bediene sich rassistischer Darstellungen.

Auch die Rollenverteilung von Männern und Frauen wird kritisiert.

Möglichkeiten der Fantasy-Literatur

Neben den oft kritisierten Aspekten der Beliebigkeit und Anspruchslosigkeit finden sich seit der Entstehung von Fantasy immer wieder Werke, die sich differenziert mit den fantastischen Welten und dem Schicksal ihrer Bewohner auseinandersetzen.

Eine fantastische Welt kann, wie jede Welt in einem Buch, als eine Art Labor dienen. In diesem Labor kann die Autorin Probleme der realen Welt isoliert betrachten und neben übersinnlichen Lösungen auch solche Lösungen aufzeigen, die in der realen Welt Anwendung finden können. So gelingt es vielleicht auch, Leser, die Problemen in ihrem Alltag ausweichen, zu einer Auseinandersetzung mit einer Fragestellung zu gewinnen.

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