E-Books: Wenn das Inhaltsverzeichnis nicht verlinkt ist …

 Ein Inhaltsverzeichnis ist ein Wegweiser durch ein Buch. Sachbücher und Fachbücher brauchen unbedingt ein Inhaltsverzeichnis. Für potentielle Leser ist es ausschlaggebend für die Kaufentscheidung, denn dem Inhaltsverzeichnis entnehmen sie, welche Aspekte des Themas das Buch aufgreift. Nach dem Kauf erleichtert das Inhaltsverzeichnis die Arbeit mit dem Buch. Darin besteht zunächst kein Unterschied zwischen Printbüchern und E-Books.

Der Unterschied zwischen einem E-Book und einem gedruckten Buch besteht im Weg des Lesers von einer Stelle im Inhaltsverzeichnis zu der betreffenden Textstelle. Man spricht auch von der Navigation durch das E-Book:

  • Das gedruckte Buch gibt im Inhaltsverzeichnis die Seitenzahl an, zu welcher der Leser blättert.
  • Im E-Book führt ein Link zu der entsprechenden Textstelle.

E-Books sind kein super-neues Medium mehr. Trotzdem entsteht manchmal der Eindruck, dass ein E-Book ohne Überlegung über den Nutzen formatiert wurde. Bei Belletristik fällt dies meistens weniger auf. Bei Sachbüchern und Fachbüchern kann schlechte Formatierung die Arbeit mit dem E-Book erheblich erschweren. Dies macht sich besonders bei eingebetteten Grafiken und bei Inhaltsverzeichnissen bemerkbar.

Viele Sachbücher und Fachbücher erscheinen bei Verlagen, die seit langer Zeit für ein zahlenmäßig kleines Publikum hochwertige gedruckte Bücher herstellen. Aufgrund der komplexen Fragestellungen in den Büchern weisen die Inhaltsverzeichnisse viele Ebenen auf. Bei der Konversion eines Sachbuchs oder Fachbuchs in ein E-Book wird oft die Druckvorlage verwendet. Dieses Vorgehen liegt nahe, wenn die Seitenzahlen der zugrundeliegenden gedruckten Ausgabe im Inhaltsverzeichnis erscheinen. Oft ist nur die oberste Ebene eines Kapitels verlinkt, so dass alle untergeordneten Ebenen angeblättert werden müssen. Für den Leser ist dies bei umfangreichen Werken sehr viel umständlicher als das Blättern in einem Papierbuch.

Manche Verlage behalten die Seitenzahlen der Druckausgabe bewusst bei und markieren die Seitenumbrüche der Druckausgabe im E-Book mit den Seitenzahlen. Auf diese Weise soll das korrekte Zitieren sichergestellt werden. Optimal wäre eine Verlinkung des Inhaltsverzeichnisses auch auf relevante Seitenzahlen. Dies geschieht nicht immer.

Aber auch Sachbücher und Fachbücher, die ausschließlich als E-Books erscheinen, haben manchmal kein verlinktes Inhaltsverzeichnis. Dies ist besonders ärgerlich bei E-Books im Stil eines Lexikons. Ich selbst besitze eins, das zwar über ein Inhaltsverzeichnis verfügt, welches jedoch mit keinem der Einträge verlinkt ist. Außerdem ist die Funktion „Gehe zu – Inhaltsverzeichnis“ nicht aktiviert, was Fragen über die Validierung des E-Books aufwirft.

Wenn Sie Ihre E-Books selbst herstellen, denken Sie immer an die Leser, die mit Ihrem Buch arbeiten sollen:

  1. Erstellen Sie ein Inhaltsverzeichnis und verlinken Sie es sorgfältig.
  2. Validieren Sie Ihr E-Book.
  3. Laden Sie das validierte E-Book auf Ihren E-Reader und Überprüfen Sie es dort.
  4. Überprüfen Sie Ihr E-Book in verschiedenen Lese-Apps.
  5. Überprüfen Sie das E-Book nach dem Hochladen auf die Verkaufsplattform. (Bei einigen Plattformen können Sie das E-Book selbst herunterladen, andere bieten Vorschauen auf verschiedenen Lesegeräten.)
  6. Achten Sie bei allen oben genannten Formen der Überprüfung besonders auf die Navigation.

 

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