Erfundene Beziehungen – Shelf Unbound April/Mai 2014

 Die Ausgabe von Shelf Unbound für die Monate April und Mai betrachtet erfundene Beziehungen, in Büchern wie auf Fotos.

Shelf Unbound ist ein kostenloses Online-Magazine aus den USA, das alle zwei Monate neue Bücher von Indie Autoren vorstellt. In einem älteren Post habe ich näher beschrieben, was die Ziele von Shelf Unbound sind.

Spheres of Disturbance (Seiten 6-10) von Amy Schutzer erzählt aus der Sicht von neun Personen über das Sterben. Im Autoreninterview erklärt Amy Schutzer, niemand befasse sich gerne mit dem Lebensende. Wer jedoch gezwungen sei, sich mit diesem Moment auseinanderzusetzen, finde jeweils seinen eigenen Weg. Schutzer hat die Handlung 1985 angesiedelt, denn in dieser Zeit war der Umgang mit Brustkrebs ein anderer als heute und betroffene Frauen erfuhren weniger Unterstützung.

What Ends (Seiten 12-16) von Andrew Ladd betrachtet das Konzept der Zeit am Beispiel von drei Generationen einer Familie, die auf einer kleinen Insel vor der schottischen Küste lebt. Ladd erklärt, dass er während des Schreibens die räumliche wie seelische Isolation seiner Charaktere nicht als Thema gesehen hat. Ihn interessierte die Idee einer immer kleiner werdenden Gemeinschaft.

The Wood of Suicides (Seiten 14-22) von Elizabeth Woollett erzählt die zerstörerische Liebe eines jungen Mädchens zu seinem Englischlehrer. Woollett begann den ersten Entwurf des Romans als Teenager, doch von diesem frühen Material finden sich nur wenige Seiten im fertigen Buch wieder. Woollett erklärt, dass der Altersabstand zur Hauptperson notwendig war, um die Komplexität der Charaktere zu beschreiben.

In dieser Ausgabe von Shelf Unbound gibt es fünf kurze Auszüge aus Büchern, zwei davon Übersetzungen aus dem Spanischen und Französischen. Jedes dieser Bücher hat eine Zusammenfassung von 140 oder weniger Zeichen, um zu zeigen, wie man Buchbeschreibungen twittern kann. Die Bücher sind Navidad & Matanza von Carlos Labbé, How’s The Pain von Pascal Garnier, Savage: 1986-2011 von Nathaniel G. Moore, The Boy In His Winter: An American Novel von Norman Lock, Family Feeling von Jean Ross Justice.

Der Fotograf Richard Renaldi hat Fremde auf der Straße angesprochen und jeweils zwei in nahen, geradezu intimen Positionen fotografiert. Auf den Seiten 38-43 sind Fotos des Projekts Touching Strangers, das demnächst als Bildband erscheint, zu sehen.

Jacob’s New Dress (Seiten 60-62) von Sarah und Ian Hoffman ist ein Kinderbuch über das Thema Genderkonformität. Die Hauptperson Jacob, ein kleiner Junge, möchte auch Kleider tragen dürfen. Die Autoren leben selbst mit einem Sohn, der im Alter von zwei Jahren begann, sich für „Mädchensachen“ zu interessieren und an seinem ersten Schultag ein Kleid trug.

 

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