Was Leser an E-Books freut – und was nicht

 Man kann sich Diskussionen um das neuartige Pergament vorstellen, dieses dünne Material, auf das neuerdings Schriftzeichen mit einer Flüssigkeit (!) aufgetragen werden. Von wegen Marmor oder Tontäfelchen. die waren noch haltbar! Oder man stelle sich Debatten auf dem Marktplatz über mit Lettern gesetzte und gedruckte Bücher vor, als ob es nicht genügend Bücher gebe und was bitte solle aus den Schreibern werden? Sprache, Schrift und Texte haben vieles überstanden und werden allen Unkenrufen zum Trotz auch das E-Book überstehen. Wie aber geht es uns als Lesern bei diesen Diskussionen? Hier ist meine zugegebenermaßen subjektive Zusammenfassung.

Was Leser freut:

  • Der Lesestoff ist im Laufe der Jahrtausende leichter und preiswerter geworden. Benötigte man vor wenigen Jahrhunderten noch einen Tisch oder Ständer für ein einzelnes Buch, passt mit einem E-Bookreader eine Bibliothek samt Buchhandlung in die Jackentasche.
  • E-Books erlauben ein schnelles Nachschlagen unbekannter Wörter. Der Wortschatz des Lesenden erweitert sich, so er möchte, bei der Lektüre muttersprachlicher wie fremdsprachlicher Bücher.
  • Es ist für Fans von fremdsprachiger, insbesondere englischer Literatur viel einfacher Lesestoff in digitaler als in gedruckter Form zu erhalten. Zwar gibt es mittlerweile auch in Dorfbuchhandlungen ein, zwei Regalbretter mit englischen Titeln aus Papier, meist ist das jedoch Massenware. Die meisten (nicht alle!) deutschen Buchhandlungen sind im Bereich fremdsprachiger Literatur allenfalls für die Originalausgaben von Bestsellern, Klassikern und Schullektüren gut.
  • In E-Books kann der Leser markieren und kommentieren. Die Kommentare sind geordnet abrufbar und so beispielsweise eine gute Unterstützung bei der Erstellung von Zusammenfassungen oder Inhaltsangaben.
  • E-Books kann man zu jeder Uhrzeit bestellen und hat sie sofort zur Verfügung.
  • Bei vielen E-Bookreadern ist die Beleuchtung inbegriffen. Man kann überall lesen, auch im Bett, über oder unter der Bettdecke, ohne eine Lampe einzuschalten.
  • Die Schriftgröße lässt sich individuell einstellen. Das kommt müden oder schlechten Augen zugute.
  • Wer möchte, kann oft aus dem Buch heraus seine Erfahrungen teilen.
  • Alte, empfindliche Bücher müssen nicht länger ungelesen in Archiven verharren. Dank digitaler Ausgaben können ihre Ideen Leser heute noch anregen.

Was Leser ärgert:

  • Ein E-Book hat keinen eigenen Geruch. Nur das Lesegerät nimmt im Laufe der Zeit die Eigenschaften des Benutzers an, ähnlich wie ein Netbook oder Smartphone.
  • In den allermeisten Fällen erwirbt der Leser keine Datei , sondern eine Art Lizenz zum Lesen.
  • Die Preise besonders deutscher E-Books sind relativ zum gedruckten Buch hoch.
  • Die Mehrwertsteuer für E-Books ist mit 19 Prozent höher als für gedruckte Bücher (7 Prozent).
  • Die Neugier der Datensammler betrifft Kaufverhalten und Leseverhalten.

Was freut oder ärgert Sie an E-Books? Oder ist es mehr die Debatte um das „richtige“ Lesemedium, die Sie zur Weißglut bringt? Schreiben Sie in den Kommentaren, was Sie über E-Books denken.

 

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