„Disziplin“ und „kreatives Chaos“ haben eine Menge gemeinsam

 Bei der Vorbereitung dieses Posts gab ich bei Google „gibt es kreatives Chaos“ ein. Fast die ganze erste Seite mit Treffern führte zu einer Seite für Elektronik und Roboterbau. Nur „kreatives Chaos“ brachte immerhin bei den ersten zwei Treffern diese Seite. Was bitte hat ausgerechnet Roboterbau mit Kreativität zu tun?

Natürlich ist ein Grund für die vielen Treffer, dass die Leute hinter der Seite eine aussagekräftige Adresse mit den beiden Begriffen kreativ und Chaos gewählt haben. Doch wie kommen Menschen aus dem gemeinhin mit Ordnung und Langeweile assoziierten Gebiet der Robotik auf die Idee, dass sie kreativ sind? Und wieso schreibe ich in diesem Blog darüber? Die Antwort mag viele überraschen: Robotik ist ein Gebiet, in dem man beim Zugucken miterleben kann, wie aus dem Zusammenspiel von Disziplin, Kreativität und oft genug Chaos Roboter dazu gebracht werden, Aufgaben zu erledigen. Wenn Sie mir das nicht glauben, suchen Sie bei YouTube Filme über die Wettbewerbe von First Lego League. Da sehen Sie, wie viel Leidenschaft und Kreativität in das Bauen und Programmieren von Robotern fließen kann. Die vielen Monate der Vorbereitungszeit sehen Sie allerdings nicht.

Disziplin begleitet das Arbeiten im Hintergrund. Sie kann in verschiedener Gestalt erscheinen:

  • in einem aufgeräumten Schreibtisch,
  • in bestimmten Hilfsmitteln auf dem Schreibtisch, die Außenstehende nicht immer als Hilfsmittel erkennen,
  • in einem Arbeiten nach Plan, egal wie der aussieht,
  • in einem bestimmten Getränk, von dem eine bestimmte Menge konsumiert wird,
  • in lauter Musik, die Schwung bringt und die Außenwelt abschirmt,
  • in leiser Musik, die Stimmung schafft und die Außenwelt abschirmt,
  • in absoluter Stille

Disziplin bei der kreativen Arbeit hat viel mit Strategien zu tun. Ähnlich wie beim Lernen von Vokabeln oder mathematischen Formeln hilft nicht jede Strategie jeden kreativen Menschen. Zur Disziplin gehört für mich daher immer die Erkenntnis, was ich benötige, damit ich gut arbeiten kann. Dazu gehört, infrage zu stellen, was auf vielen Internetseiten und in gedruckten Ratgebern kursiert. Infragestellen ist übrigens nicht gleichbedeutend mit blindem Ablehnen. Sammeln Sie Informationen, wie Sie Ihr Arbeiten regeln können. Ihre Aufgabe besteht dann darin herauszufinden, welche Tipps Ihnen helfen, einen Arbeitsrhythmus zu finden, der  Sie kreativ und produktiv sein lässt. Wenn Sie diesen Arbeitsrhythmus herstellen können, arbeiten Sie mit Disziplin. Egal wie laut die Musik und gleichgültig was auf dem Boden liegt.

 

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