Gekreuzte Bücher: Der Schwan als Symbol der Reinheit und als Deckname für ein Mordopfer

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Im Dezember 2014 erschien im Wieken-Verlag der Krimi Der Schwan ist tot des Rosenheimer Autors Peter Brand. Im März 2015 erscheint das Sachbuch Die Ordenskette des Schwanenordens von Friedrich Streng. Zweimal innerhalb weniger Monate erscheint der Schwan im Titel eines Buches. Zufall? Einen Blogpost wert? Sehen wir uns den Schwan einmal näher an …

Zunächst haben wir es mit zwei äußerst unterschiedlichen Büchern zu tun. Der Krimi Der Schwan ist tot ist in der Gegenwart angesiedelt und spielt im bayerischen Rosenheim und Umgebung. Das Sachbuch Die Ordenskette des Schwanenordens befasst sich mit Ereignissen aus dem Spätmittelalter in Brandenburg an der Havel und in Ansbach. Ansbach ist in Bayern. Aber darum geht es hier nicht.

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In beiden Büchern ist der Schwan ein Symbol. In Der Schwan ist tot war Schwan der Spitznamen eines Schulkameraden von Privatdetektiv Michael Warthens. Sein Erscheinungsbild brachte ihm in Schulzeiten der 1970er Jahren den Namen Schwan ein. Der Schwan fiel unter den Jungen auf. Er war anders. Nicht so grobschlächtig. Die Mädchen umschwärmten ihn. Und Michael Warthens plagt dreißig Jahre später die Frage, ob dieser Schwan etwas getan haben könnte, dass ihn in einem Kankenhauszimmer seinen Schwanengesang singen ließ.

Der Schwanengesang beschäftigte 1440 den Kurfürsten Friedrich II zu Brandenburg, als er die Ordenskette für seine neugegründete Stiftung Gesellschaft unserer lieben Frauen zum Schwan entwarf. Die Ordenskette sollte die Träger daran erinnern, dass sie ihr Verhalten zu Lebzeiten bessern und von der Sünde ablassen sollten. Deshalb erinnert die Kette in all ihren Teilen an das Leid, das die Sünde hervorbringt, an die Erlösung durch den christlichen Glauben und an die Reinheit. Die Kettenglieder empfinden beispielsweise ein Folterinstrument, in das ein Herz eingespannt ist, nach. Der erste Anhänger, das Marienmedaillon erinnert an den Beistand der Gottesmutter. Der zweite Anhänger, das Schwanenmedaillon, erinnert daran, dass der Schwan der Legende nach weiß, wann er stirbt, und deshalb singt. Der weiße Schwan ist ein beeindruckender Vogel. Schon in der Antike bewunderten ihn die Menschen. Er galt als Symbol der Reinheit, später auch der Freiheit. Diese Ideen beflügelten auch Dichter wie Wolfram von Eschenbach. In dessen Versepos Parzival spielt ein Schwan eine wichtige Rolle. Richard Wagner griff für seine Opern Lohengrin und Parzifal die Ideen von Wolfram von Eschenbach und anderen mittelalterlichen Dichtern auf.

Schwan – Reinheit – Besonderheit – Tod, dieser Zusammenhang beschäftigt uns heute noch. So kreuzen sich Bücher mit so verschiedenen Aussagen in einem kleinen Detail.

Der Schwan ist tot von Peter Brand (Leseprobe)

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Die Ordenskette des Schwanenordens zu Brandenburg und Ansbach. Eine kulturhistorische Skizze von Friedrich Streng (Leseprobe)

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