Ist Planung der einzige Weg zum Roman?

 Es kursieren viele Rezepte für den einzigen richtigen Weg, einen Roman zu schreiben. Betrachtet man aber die Vorgehensweise verschiedener „echter“ Autoren, so stellt man fest, dass jeder einzelne seinen ureigenen Weg gefunden hat. Was bedeutet das nun für Menschen, die an ihrem ersten Roman basteln? Sind die vielen Ratgeber auf dem Markt wertlos?

DeathtoStock.com
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Ich meine, nichts ist wertlos. Angehende Autoren müssen sich jedoch klar machen, dass sie viele der Anweisungen in den Ratgebern nicht erfolgreich umsetzen können, weil es nicht die für sie richtigen Vorgehensweisen sind. Im kreativen Bereich gibt es viele Wahrheiten. Welche Wahrheit zu Ihnen passt, müssen Sie herausfinden. Dazu gibt es nur einen Weg, der übrigens auch in den Ratgebern steht: Sie müssen schreiben.

Einen Roman schreiben ist Versuch und Irrtum. Sie haben eine Idee und notieren sie. Sie sammeln viele Ideen. Sie bauen aus den vielen Ideen eine Handlung. Sie schreiben die Handlung auf. Wie viel Planung Sie in die einzelnen Arbeitsabschnitte stecken, ist Ihre Sache. Ob Sie einen Überblick schreiben, einen präzisen Plan ausarbeiten oder eine Stichwortliste anlegen, ist ganz allein Ihre Sache. Viele Autoren, die detailliert planen, stellen fest, dass sie während des Schreibens von ihrem Plan abweichen. Dann ändern sie den Plan entsprechend ab und schreiben weiter. Das dürfen Sie auch.

Ein Plan ist nichts anderes als Ihre Absicherung. Er gewährleistet, dass Sie sich mit Ihrer Materie auseinandersetzen und sich bereits in die von Ihnen geschaffene Welt versetzen.

Planen Sie nach Herzenslust, aber verwechseln Sie einen Plan für einen Roman nicht mit einer Abhakliste, auf der Sie akribisch wegstreichen, was Sie erledigt haben. Wenn Ihnen das Abarbeiten einer Liste wichtiger wird als das kreative Arbeiten am Text, hat Ihr Roman keine Chance.

Sie können einen Plan verinnerlichen, ohne sich an ihn zu binden. Als freier Mensch können Sie auch frei schreiben.

Ihr eigener Weg zum Buch verlangt trotzdem eine gewisse Selbstdisziplin. Beispielsweise erklären auch Autoren, die ins Blaue hinein schreiben, dass sie nach einer Weile eine Personenliste anlegen oder dass sie eine Übersicht über die Szenen aufstellen, in der Zeit, Ort, Personen und Ereignisse enthalten sind. Diese Übersichten und Listen helfen bei der Überarbeitung, Widersprüche und Unstimmigkeiten zu vermeiden.

Wenn Sie also einen Schreibratgeber lesen, ziehen Sie das heraus, was für Sie sinnvoll ist. Experimentieren Sie, aber lassen Sie sich nicht vorgaukeln, nur der beschriebene Weg führe zum fertigen Roman und zum Bestseller. Denken Sie daran, dass es hunderte Ratgeber gibt, die Ihnen alle das Gleiche versprechen. Sind das alles ultimative Ratgeber?

Die Ultima Ratio liegt bei Ihnen, in Ihrer Kreativität.

 

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