Sommerinterview 2015 – Pebby Art

 Dies ist das fünfte Sommerinterview auf meinem Blog. Hier lernen Sie Autoren oder Kollegen kennen, entdecken neue Bücher, finden Gemeinsamkeiten und sammeln vielleicht den einen oder anderen Tipp auf. Heute lesen Sie über Pebby Art.

Pebby Art (c) privat
Pebby Art (c) privat

Bitte stellen Sie sich und Ihre Bücher kurz vor.

Hallo zusammen,
ich bin unter meinem Pseudonym Pebby Art seit 2013 als Kinderbuchautorin im Netz unterwegs und habe gerade mein viertes Kinderbuch veröffentlicht.
Mein erstes Kinderbuch, das ich zunächst als eBook und kurze Zeit später auch als Taschenbuch veröffentlicht habe, heißt „Auf und weg!“. Es handelt von der kleinen Emma, die gerade die Trennung ihrer Eltern miterlebt und die zum Glück ihr kleines Stoffpferdchen Floh bei sich hat, das ihr über die Verlustängste hinweghilft.
In meinem zweiten Kinderbuch „Lieber Gott, wo steckst denn du?“ machen sich die beiden Hamster Kalle und Friedrich auf die Suche nach dem lieben Gott – eine Suche, bei der auch der Humor nicht zu kurz kommt, und die für den kleinen Kalle doch recht unerwartet endet.
Und dann gibt es da noch meinen kleinen Lieblingsesel (ebenfalls zunächst ein Stofftier – so wie Floh) namens Klausmüller.
In Klausmüllers erstem Abenteuer „Klausmüller – Ein Esel sucht ein Pferd“ rutscht der kleine Stoffesel durch eine Ritterrüstung und steht von nun an seiner Besitzerin Klara als lebendiger Begleiter zur Verfügung. Dabei hat er einiges zu tun, muss er doch mithelfen, das entführte Pferd Favorit wiederzufinden.
Und da Klausmüller nicht lebendig geworden ist, um danach eine ruhige Kugel zu schieben, macht er sich nun auf zu einem weiteren Abenteuer. In „Klausmüller – Ein Esel auf Verbrecherjagd“ wird es noch einmal ziemlich spannend, wenn Klausmüller versucht, die Diebe zu fangen, die die alte Frau Greismann überfallen haben. Doch natürlich kommt bei Klausmüller auch der Humor nie zu kurz.

1. Wie lange schreiben Sie schon? Wann wussten Sie, dass Sie Ihre Texte veröffentlichen wollten?

Meine Finger sind schon über die Tastatur gehoppelt, als ich noch das Ein-Finger-Such-System anwenden musste und die Tastatur noch an diesem mächtigen Klotz namens Schreibmaschine hing, bei der sich grundsätzlich alle Typenhebel ineinander verhakten, wenn die Tasten etwas zu schnell hintereinander herabgedrückt wurden.
Wann wusste ich, dass ich die Texte veröffentlichen möchte – hm. Ich glaube, schon damals, als ich in Kindertagen meine ersten Geschichten über unsere Katze schrieb, habe ich mir vorgestellt, dass ich später neben der Beschäftigung mit meinen Kindern (jawohl, ich wusste schon damals, dass ich Kinder haben wollte) und meinen Pferden (okay, ich wollte Pferde züchten, habe aber bisher nur einen Wallach) mich auch dem Schreiben widmen werde. Allerdings ahnte ich damals noch nicht, wie zeitintensiv das Schreiben ist (und das Marketing), sodass ich die Pferdezucht wohl auf ein späteres Leben verschieben werde.

2. Wie groß ist der Anteil, der das Schreiben in Ihrem Leben einnimmt? Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?

Wie bereits gesagt, nimmt das Schreiben ziemlich viel Platz ein. Morgens und abends sitze ich am Schreibtisch, nachmittags wird alles andere erledigt, was halt in einem Familienhaushalt so anfällt (inkl. Katze und Pferd).

3. Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Wie entstehen aus Ihren Ideen Texte?

Ideen findet man natürlich überall, nur denkt man nicht immer daran, sie einzusammeln. An der Kasse im Supermarkt hatte ich noch nie einen Einfall (da konzentriere ich mich anscheinend zu sehr darauf, meine Produkte geordnet zu Band zu bringen), aber beim Fahrradfahren auf dem Weg zu unserem nicht-zuchtfähigen Wallach, da kann es schon sein, dass meine Gedanken abschweifen und – zack – dann kommt sie angeflogen: eine Idee.
Ansonsten muss ich gestehen, dass ich nicht zu den einfach so Inspirierten gehöre, die sich hinsetzen und drauflos schreiben. Ich brauche da schon ein Gerüst, an dem ich mich entlanghangeln kann. Darum studiere ich auch immer wieder gerne Bücher, bei denen es um den Aufbau einer Geschichte geht. Auch aus Drehbuch-Ratgebern habe ich viel zum Spannungsaufbau gelernt.

4. Sie planen also Ihre Bücher gut durch. Wie behalten Sie die Übersicht über Handlungsstränge, Charaktere und Orte?

Meine Charaktere bekommen vorher schon bestimmte Charaktereigenschaften zugeschrieben. Allerdings wachsen sie während des Schreibprozesses weiter. Ideen, die mir beim Schreiben zufliegen, werden also integriert und ich schaue und teste, ob sie zur Geschichte und zur Figurenkonstellation passen oder nicht.
Bei komplexeren Geschichten schreibe ich Szenen aus der Sicht der jeweiligen Person, einfach, um den Charakter näher kennenzulernen. So geschieht das zum Beispiel gerade bei meinem neuesten Werk (übrigens diesmal eine Geschichte für Erwachsene), für das ich meinen PC mit dem Schreibprogramm Scrivener ausgestattet habe, weil man mithilfe des Programms sehr gut zwischen einzelnen Charakteren und Handlungssträngen hin und her wechseln kann.

5. Wie überarbeiten Sie Ihre Texte?

Mein Überarbeitungsprozess ist stets sehr langwierig. Da feile ich dann an jedem Satz und korrigiere sehr oft. Denn beim ersten Entwurf erlaube ich mir, richtig schön unvollendet zu schreiben. Wäre ich im ersten Schreibprozess bereits sehr kritisch, dann würde das meinen Schreibfluss zu sehr hemmen, sodass ich wahrscheinlich ein weißes Blatt auf dem PC abspeichern würde.

6. Wie sieht der Ort aus, an dem Sie schreiben?

Der Ort ist ein kleines Zimmer, in dem Bücher, Ordner und sonstige Unterlagen sich immer wieder ausbreiten und meine Aufräumversuche torpedieren. Mein Stapel links auf meinem Schreibtisch wächst auch sehr gerne und ich muss stets aufpassen, dass zu bearbeitende Unterlagen sich nicht zum Fuße des Stapels schleichen und dort in einen Tiefschlaf versinken.

7. Wer sind Ihre Leser? Kennen Sie Ihre Leser? Warum schreiben Sie ausgerechnet für diese Leser?

Meine Leser sind bisher Kinder bzw. Kinder und ihre Eltern (meist die Mamis). Die meisten meiner Leser sind derzeit wohl noch auf der Leseplattform Lovelybooks zu finden. Denn dort starte ich immer wieder gerne mal eine Leserunde oder eine Buchverlosung, weil ich zum einen natürlich auf gute Rezensionen hoffe und zum anderen viel aus den Meinungen der Leser lernen kann.
Warum habe ich jetzt zunächst einmal für Kinder geschrieben? Ich glaube, Kinder mögen es noch mehr als Erwachsene, etwas Ulkiges, Ausgeflipptes zu lesen. Und das macht Spaß, das zu schreiben. Außerdem wollte ich mich gerne an ein paar Illustrationen versuchen, da Zeichnen auch mit zu meinen favorisierten Tätigkeiten gehört. So leite ich zum Beispiel auch einen Zeichenkurs an einer Grundschule.
Wie bereits erwähnt, arbeite ich aber auch gerade an einem Werk für Erwachsene.

8. Was unternehmen Sie für den Erfolg Ihrer Bücher?

Das Geheimrezept fehlt mir noch. Wenn mir das bitte mal jemand heimlich zukommen lassen könnte 😉 …
Okay, wahrscheinlich gibt es gar kein Geheimrezept. Für einen Erfolg ausschlaggebend ist natürlich in erster Linie ein gutes Buch, das lektoriert ist und das einige gute Bewertungen enthält.
Das alleine reicht allerdings nicht. Denn wenn man hinten im sogenannten Tail des Amazon-Rankings liegt, dann kann man noch so viele gute Bewertungen haben, man wird nicht wahrgenommen. Ein paar Mal habe ich auch Werbeaktionen auf xtme durchgeführt, ansonsten bin ich auf twitter, facebook und google+ unterwegs. Und natürlich habe ich ein eigenes Blog. Unter www.pebbyart.blogspot.de stelle ich auch immer mal wieder günstige Kinder-eBooks von anderen Autoren vor.

9.Wenn Bücher verboten wären, welches Buch würden Sie heimlich behalten?

Spontan fällt mir „Animal Farm“ ein. Das Buch hat mich sehr beeindruckt, damals, als wir es im Englischunterricht durchgegangen sind. Es zeigt als Fabel auf geniale Weise, dass es eine wirkliche Gleichstellung aller Menschen – wie sie der Kommunismus anstrebt – nicht gibt. Irgendjemand wird immer versucht sein, mehr Macht an sich zu ziehen. Und ich mag Boxer, das Pferd aus der Geschichte, mit seiner Maxime: „I will work harder.“ Die hat den armen, lieben und naiven Kerl zuletzt jedoch auch nicht retten können.

10. Was wäre Ihr wichtigster Tipp für einen neuen Autor?

Hab‘ Geduld. Erwarte nicht, dass dein erstes Buch sofort über Nacht zum Bestseller wird, sondern setze dich hin und schreibe das nächste. Und mit jedem Buch wirst du ja auch besser, zumindest, wenn du immer offen für Kritik und Schreibtipps bist. Und investiere in ein Lektorat oder zumindest in ein Korrektorat.

Vielen Dank, dass ich Teil dieses Interviews sein durfte. Und ich wünsche allen angehenden Autoren viel Erfolg und Durchhaltevermögen!
Liebe Grüße
Pebby Art

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