Sprache und Menschen in Bewegung: UNESCO-Welttag der Migration am 18.12.

 PDPicas_knowledge-390287_1920_pixabay_kleinerJedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester bereite ich den Kalender für das neue Jahr vor. Ich trage Schulferien und Geburtstage ein, private und geschäftliche Termine, soweit sie schon festliegen. Außerdem notiere ich, an welchen Tagen ich einen Blogartikel für ein besonderes Thema schreibe. Das sind oft Themen, die sich jedes Jahr wiederholen wie der Vorlesetag und diverse Welttage der UNESCO. Über den Welttag der Migration habe ich nicht großartig nachgedacht, als ich den Termin in den Kalender geschrieben habe. Für mich ist das Thema unter dem Aspekt Sprache interessant, denn ich habe viele Jahre in Deutschkursen gearbeitet. Ende 2014 hat vermutlich niemand ernsthaft damit gerechnet, dass so viele Menschen Schutz in Deutschland suchen würden.

Es gibt ja bereits den Welttag der Flüchtlinge am 20. Juni jeden Jahres. Der Welttag der Migration, oder auch der Migranten, findet am seit 2000 jährlich am 18. Dezember statt. Ergeht zurück auf das Jahr 1990, als die UN-Vollversammlung die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen verabschiedete. Die Konvention ist jedoch nicht in Kraft getreten, weil sie nicht in genügend Ländern ratifiziert wurde. Diese Situation kommt mir bekannt vor …

Der Welttag der Migration erinnert nicht in erster Linie an Flüchtlinge. Migration kann viele Ursachen haben. Wirtschaftliche Gründe sind vermutlich die wichtigsten. Als „Luxusmigranten“ verlassen auch zahlreiche Deutsche jedes Jahr das Land, um anderswo mehr zu verdienen oder um sich zu verwirklichen. Gleichgültig aus welchen Gründen Menschen eine neue Heimat suchen, sie haben Rechte und sind in der Mehrzahl auch bereit, Pflichten zu übernehmen.

Sprache (hier kommt endlich der Bezug zu diesem Blog) ist für Migranten ein Werkzeug, das ihnen überhaupt erst ermöglicht, am Arbeitsleben in ihrem neuen Land teilzunehmen und sich frei von Behördenauflagen zu bewegen. Zwar kursieren immer wieder Gerüchte über Arbeitgeber, denen Deutschkenntnisse gleichgültig sind (Ich habe sie oft genug zu hören bekommen, besonders von Männern, die sich mit dem Lernen schwer taten), doch das sind eben … Gerüchte. Den meisten Lernenden ist das übrigens durchaus bewusst. In solche Vorstellungen verrennen sich Menschen gern, wenn sie sich von Behörden, Kursträgern und Kursleiterinnen gegängelt fühlen. Gängeln der Kursteilnehmer, allerdings auch der Kursleitung und der Kursträger, war in der Vergangenheit der Normalzustand. Das BaMF, vielgescholten in diesen Tagen, hat maßgeblich dazu beigetragen, Sprachkurse und Integrationskurse zu Abtestveranstaltungen verkommen zu lassen.

Wenn wir unsere Sprache teilen wollen, weil wir um ihre befreiende Kraft wissen, sollten wir sie auf unsere individuelle Weise weitergeben. Wer kennt sich besser mit Sprache aus, wer denkt sich gewohnheitsmäßig in andere Menschen hinein? Autoren. Sie haben bestimmt eine Idee, wie Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten Migranten behilflich sein können.

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