Die vollgestopfte Lesung – Weniger ist oft mehr

 mazeko_sparrow-698695_1280_pixabay_kleinerGleichgültig wie viele Minuten Ihnen bei einer Lesung zur Verfügung stehen, wie in so vielen Bereichen gilt auch hier das Motto „weniger ist mehr“.

Ob fünf Minuten, zwanzig Minuten oder neunzig Minuten, Sie tun weder sich noch Ihren Zuhörern einen Gefallen, wenn Sie zu viel und zu lange lesen. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer lässt rasch nach, insbesondere in vollen, schlecht belüfteten Räumen. Wenn die Akustik des Raumes schlecht ist und es auch Leuten mit gutem Gehör schwer fällt, Sie zu verstehen, werden Sie schnell am Kratzen der Füße und dem Rascheln den Jacken merken, dass sich Ihre Zuhörer überfordert fühlen. Unruhe ist immer ein schlechtes Zeichen, in Schulklassen wie im Publikum.

Was können Sie tun?

Erkundigen Sie sich genau, wie viel Zeit Ihnen zur Verfügung steht. Wenn möglich, besuchen Sie den Raum, in dem Sie lesen werden, und testen die Akustik. Klären Sie vorher, ob Sie mit einem Mikrophon lesen werden.

Planen Sie Ihre Lesung sorgfältig. Wählen Sie lieber kürzere Abschnitte, die für sich stehen können, weil sie lustig, spannend oder in anderer Form unterhaltsam sind. Testen Sie das laute Lesen dieser Abschnitte mit einer Stoppuhr und notieren sich die Zeit.

Machen Sie sich einen Ablaufplan. Ein grobes Gerüst an Texten genügt. Füllen Sie die Zeit zwischen den Lesephasen mit Gesprächen. Überlegen Sie sich Fragen an das Publikum, für den Fall, dass alle scheu (oder ehrfurchtsvoll) auf Sie starren, aber niemand etwas sagen möchte.

Legen Sie sich alternative Abschnitte zurecht, für den Fall, dass sich im Gespräch mit den Zuhörern eine Frage oder eine Überlegung ergibt, die nicht zu den Abschnitten der ersten Wahl passt.

Markieren Sie Ihre Abschnitte so, dass Sie sie leicht finden und genau erkennen, wo der Abschnitt beginnt und endet. (Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht.)

Stellen Sie sich ein Getränk ohne Kohlensäure in Griffweite, aber in sicherem Abstand zu Ihren Unterlagen. Nervosität, Raumklima und Beanspruchung der Stimmbänder lassen Ihren Mund schnell trocken werden. Zur Not können Sie sich an dem Glas festhalten, wenn Ihre Hände zu stark zittern.

 

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