Selbstvermarktung – Recherche und Fingerspitzengefühl


Vor kurzem erklärte Simone Dalbert in ihrem Blogpost Warum ich eure Mails ungelesen lösche, warum sie auf Rezensionsanfragen von Self-Publishern nicht länger reagiert. Zu oft wurde sie gebeten, über Bücher zu schreiben, die nicht ihren bevorzugten Genres entsprachen. Zu oft wurden ihr ungefragt E-Books zugemailt. Zu oft fand sie die Qualität der Bücher, inhaltlich und von der Aufarbeitung her, unzureichend. Damit beschreibt sie eine Situation, die sich täglich wiederholt. Autoren wollen ihre Bücher vermarkten und treten dabei den Leuten auf die Füße, die ihnen helfen sollen. Das schafft verhärtete Fronten, denn Simone Dalbert steht mit ihrer Haltung nicht allein.

Wenige Wochen vor Dalberts Post  erschien auf dem Blog von Jane Friedman ein Gastartikel von Fauzia Burke über Online-Marketing für Autoren. Sie beschreibt unter den Fehlern, die Autoren machen, wenn sie Kontakt zu Bloggern aufnehmen, genau die von Dalbert angeführten Punkte.

Wenn Sie an Blogger herantreten, um Ihr Buch für eine Rezension anzubieten, müssen Sie davon ausgehen, dass diese Blogger bereits von anderen Autoren vergrellt wurden und sich wenig zugänglich für Ihr Anliegen zeigen. Um bei diesen Bloggern wenigstens eine kleine Chance zu erhalten und andere Blogger nicht zu den vergrellten Bloggern zu treiben, sollten Sie sich an einige Regeln halten. Dass Ihr Buch gut geschrieben und lektoriert ist, ein gutes und dem Medium (Print oder E-Book) angemessenes Design hat und mit einem ansprechenden Cover und Klappentext ausgestattet ist, setze ich voraus.

Überlegen Sie gut, wen Sie kontaktieren

Eine Modebloggerin wird Ihr Buch nicht rezensieren, nur weil die Protagonistin Modedesignerin ist, ebenso wie ein Blog für Torten keine Rezension für einen Krimi, der in einer Konditorei spielt, veröffentlichen wird.  Wenn Sie solche Blogger kennen – gut kennen – machen die eventuell eine Ausnahme für Sie. Aber darauf können Sie nicht bauen.

Auch Buchblogger rezensieren nicht jedes Buch mit bester Punktzahl. Informieren Sie sich, welche Bücher in dem Blog tatsächlich rezensiert werden. Oft gibt es eine Übersicht über Genres und beliebte Autoren. Halten Sie sich an das, was Sie dort finden. Wenn Ihr Buch nicht in die angegebenen  Kategorien passt, suchen Sie einen anderen Blog. Es gibt genügend für jede Art von Buch.

Sprechen Sie die Blogger persönlich an

Finden Sie heraus, wie der Blogger heißt und verwenden Sie diesen Namen bei Ihrer Kontaktaufnahme. Die wenigsten Blogger heißen wie ihr Blog. Das Impressum sollte über den Namen informieren und auch über die korrekte Schreibung des Namens. Oft gibt es auch eine Seite auf dem Blog, auf der sich der Blogger mit seinen Interessen vorstellt. Auf diesen Seiten erfahren Sie auch, wie der Blogger gerne Bücher präsentiert. Vielleicht ist er offen für Blogtouren, vielleicht führt er Gewinnspiele durch, vielleicht veranstaltete er Leserunden. Vielleicht möchte er einfach nur selbst entscheiden, was er liest, und darüber berichten.

Auch wenn Sie eine lange Liste von möglichen Rezensenten abarbeiten, sollten Sie Ihre Basis-E-Mail mit individuellen Absätzen für diesen speziellen Blogger ausstatten. Massenanschreiben erkennen sogar Anfänger. Die Reaktion, sollte es eine geben, ist nie positiv.

Verschicken Sie niemals unaufgefordert ein Buch, E-Book, Cover, Klappentext, Autorenfoto, Biografie oder andere Dokumente.

Wenn Sie überzeugt sind, dass Ihr Buch zu einem Blog passt und Sie auch eine auf den Blogger zugeschnittene Anfrage verschickt haben, sollten Sie nachfragen, wenn Sie keine Reaktion erhalten. Überzeugen Sie sich vorher in den Kommentaren auf dem Blog oder auf der Facebook-Seite des Bloggers, ob es Gründe für dieses Schweigen geben könnte, die nichts mit Ihrer Anfrage zu tun haben. Falls Sie solche Gründe finden, warten Sie mit Ihrer Nachfrage. Falls Sie keine Gründe entdecken können, fragen Sie dezent nach.

Kommentar verfassen