Jammern, klagen und alles beim Alten lassen – Wie Sie garantiert nicht zum Schreiben kommen

 pdpics_unhappy-389944_1920_pixabay_kleinerIn Foren oder in sozialen Netzwerken kann man oft wie unter dem Mikroskop beobachten, wie Menschen sich selbst und andere Mitglieder oder Kommentatoren durch Jammern, Schimpfen und noch mehr Jammern durch enge Spiralen der Negativität treiben. Oft ist der Ausgangspunkt eine Kleinigkeit, über die zu sprechen, geschweige denn zu schreiben sich nicht lohnen sollte. Am Ende stehen Schimpfworte, Anklagen, Schuldzuweisungen zu bestimmten Personengruppen, Drohungen. Ich meide solche Beiträge, weil ich ihren negativen Einfluss auf mich kenne.

Jammern mag im ersten Moment befreien. Das ist manchmal nötig und sollte nicht unterdrückt werden. Doch Jammern führt nie zu einer Lösung. Stattdessen hält es in einer negativen Stimmung gefangen und lähmt jede positive Aktivität und Kreativität.

So viele Dinge können Sie tun, um sich die Laune zu verderben. Hier finden Sie einige nicht nachahmenswerte Beispiele:

  • Sie wissen nicht, wie es in der Handlung Ihres Buches weitergehen soll? – Posten Sie Ihr Problem bei Facebook. Betonen Sie, wie schlecht es Ihnen geht. Beim Schreiben des Posts merken Sie schon, wie das Elend zunimmt. Sobald die ersten bekräftigenden Kommentare eintrudeln, können Sie getrost die Manuskriptdatei schließen. Das wird heute nichts mehr.
  • Sie kriegen beim Hochladen Ihrer Vorlage für das E-Book Fehlermeldungen? – Rufen Sie den Support an und erklären Sie detailreich, wie schlecht das System funktioniert, wenn es Ihre Datei nicht akzeptiert. Ihre Erfahrungen aus dem Telefonat können Sie anschließend posten.
  • Sie bekommen Ihre Manuskriptdatei von der Lektorin zugeschickt. Beim Öffnen sehen Sie lauter rote Änderungen und viele gelbe Kommentare? – Schreiben Sie eine Mail an die Lektorin, dass sie Ihre Arbeit verkannt hat und Sie nicht daran denken, das Honorar zu überweisen. Posten Sie dann einen Screenshot auf Facebook und lassen sich über die Inkompetenz und Kleinlichkeit der Lektorin aus. Nennen Sie sie beim Namen. Sie werden viel Verständnis von Leuten erleben, die ähnliche Erfahrungen mit Lektorinnen, Automechanikern und Zahnärzten hatten.

Was können Sie tun, falls Jammern Ihnen nicht genügt und Sie gerne eine Lösung erreichen möchten? Da müssen Sie aktiv werden und sich selbst austricksen. Einige dieser Tricks sind uralt:

  • Machen Sie etwas. Irgendetwas. Gehen Sie spazieren, mähen Sie den Rasen, kochen Sie Kaffee. Befreien Sie sich körperlich aus der Starre, die das Jammern mit sich bringt. Ihr Kreislauf kommt in Schwung und Ihre Stimmung hebt sich. Nutzen Sie diesen Schwung.
  • Versuchen Sie, Ihr Problem aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Der Protagonist hat seine Geliebte verlassen und weiß im neuen Kapitel genauso wenig wie Sie, wie es weitergehen soll? Überlegen Sie, wie er jetzt auch andere wirkt. Wie sieht ihn seine Nachbarin, die ihn immer schon attraktiv fand? Welche Möglichkeiten sieht ein Versicherungsvertreter, der an seiner Tür klingelt? Sie brauchen diese Überlegungen nicht einmal aufzuschreiben, erzählen Sie sich diesen Exkurs unter der Dusche oder beim Bügeln. Irgendeine Idee wird sich melden.
  • Testen Sie, ob Ihr E-Book valide ist. Wenn Sie nur eine Vorlage haben, gehen Sie sie auf Formatierungsfehler durch. Kostenlose Programme wie Calibre oder Sigil helfen Ihnen dabei. Laden Sie die Datei in einem anderen Browser hoch.
  • Gewinnen Sie Abstand. Ihr Manuskript ist nicht Ihr Kind (Und auch Kinder können sich anders benehmen, als wir es gern hätten.) Lassen Sie sich ein paar Tage Zeit, ehe Sie die Manuskriptdatei noch einmal öffnen und mit strengen Augen darauf sehen. Oh, da sind tatsächlich Fehler, außerdem Vorschläge, wie Sie den Text verbessern können? Überprüfen Sie die Fehler und korrigieren Sie sie. Lesen Sie die Vorschläge durch. Sie brauchen sie nicht alle umzusetzen, schon gar nicht sofort. (Überweisen Sie auch das Honorar. Vollständig.)

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