Nicht lachen: Der prinzipielle Unterschied zwischen einem E-Book und einem gedruckten Buch

Vor ein paar Wochen sprach ich mit einem Autor über die Möglichkeit, ein Buch bei einer der Self-Publishing Plattformen für gedruckte Bücher hochzuladen. Der Autor hatte gerade sein erstes E-Book veröffentlicht und wunderte sich über die Anforderungen, die an die Vorlage für ein gedrucktes Buch gestellt wurden.

Ich kann mir vorstellen, dass andere Autoren, die sich gerade an die erste Veröffentlichung im Self-Publishing wagen, ähnliche Fragen haben wie dieser Autor. Aus diesem Grunde möchte ich hier darauf eingehen.

Ein E-Book

E-Books sind ideal für Self-Publisher, die gerade erst anfangen. E-Books können Sie schnell formatieren, einfach und kostenlos auf eine Veröffentlichungs-Plattform wie Kindle Direct Publishing, Kobo, Tolino Media oder Xinxii hochladen und bei Bedarf auch nach der Veröffentlichung kostenlos korrigieren.

Als Vorlage eignet sich eine sorgfältig formatierte Datei im Word-Format. Bei der Umwandlung in ein E-Book erkennt die Software der Veröffentlichungs-Plattform die Formatierung und stellt ein funktionierendes E-Book her.

Das sollten Sie beachten:

  • Die Größe des Displays, auf dem ein Leser das E-Book liest, bestimmt die Länge der Zeilen und damit die Zeilen- und Seitenumbrüche.
  • Seitenzahlen in der Vorlage stören im E-Book, weil das Lesegerät bestimmt, auf welcher Seite eine bestimmte Textstelle erscheint.
  • Aus diesem Grund enthält auch das Inhaltsverzeichnis keine Seitenzahlen.
  • Geben Sie keine fantasievollen Schriften vor. Leser stellen an den Lesegeräten ihre bevorzugte Schrift ein.
  • Wenn Sie keine Ahnung von Word haben, formatieren Sie nur den Titel als Titel, die Kapitelüberschriften als Überschrift und den Text als Textkörper. Benutzen Sie dazu am besten Formatvorlagen.
  • Setzen Sie am Ende der Titelseite, hinter dem Copyright und am Ende von jedem Kapitel einen Seitenumbruch.
  • Den Rest erledigt die Software der Plattform. Laden Sie sich aber immer Ihr E-Book herunter und kontrollieren Sie es.

Ein gedrucktes Buch

Gedruckte Bücher sind viel komplizierter, unter anderem weil sie Konventionen entsprechen sollen. Leser sind an diese Konventionen gewöhnt und stören sich an jeder Abweichung.

Jede Self-Publishing-Plattform, auf der Sie Vorlagen für gedruckte Bücher hochladen können, bevorzugt eine Vorlage im PDF-Format. In diesem Format ist es gleichgültig, auf welchem Computer man die Datei öffnet oder auf welchem Drucker man sie druckt. Das Ergebnis ist immer das Gleiche. Oft können Sie auch Dateien im Word-Format hochladen. Die werden dann von der Software der Plattform in ein PDF umgewandelt, das Sie herunterladen und kontrollieren können.

Bei der Formatierung einer Vorlage für den Druck, müssen Sie viel mehr Details beachten.

Das sollten Sie beachten:

  • Entscheiden Sie sich für ein Format (Höhe x Breite), das die Plattform unterstützt. Das Format hat Auswirkungen auf die Anzahl der Seiten. Stellen Sie das Textverarbeitungs- oder Satzprogramm auf dieses Format ein und stellen Sie sicher, dass alle Seiten der Vorlage dieses Format haben.
  • Formatieren Sie die Titelseite, das Impressum, das Inhaltsverzeichnis, die Kapitelüberschriften.
  • Setzen Sie manuelle Seitenumbrüche.
  • Beachten Sie, dass in gedruckten Büchern leere Seiten vorkommen. Sparen Sie diese Seiten nicht – Ihre Leser mögen das nicht.
  • Fügen Sie Seitenzahlen ein. Beachten Sie, dass Titelseite, Impressum, Inhaltsverzeichnis und erste Textseite keine Seitenzahl haben, aber gezählt werden.
  • Stellen Sie sie automatische Silbentrennung ein. Die verteilt die Zeichen platzsparender auf die Zeilen und spart Seiten. Kontrollieren Sie trotzdem, ob eine manuelle Trennung unschöne Lücken in den Zeilen verhindert.

 

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