Ihr Lebenswerk und der Sinn des Schreibens

Auch in diesem Sommer möchte ich meine Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen lassen. 2017 frage ich Sie: „Was betrachten Sie als Ihr Lebenswerk? Was ist für Sie der Sinn des Schreibens?“
Ihre Beiträge erscheinen hier auf dem Blog in der Zeit vom 22. Juni bis 06. August 2017. Der Umfang steht Ihnen frei, 400 bis 1000 Wörter lassen Spielraum für Ihre Ideen.
Wer Interesse hat, kann sich mit mir über das Kontaktformular des Blogs oder mit einer Persönlichen Nachricht über Facebook in Verbindung setzen. Sie erhalten dann eine E-Mail-Adresse, an die Sie Ihre Texte, ein Autorenfoto und ein Bild Ihres aktuellen Covers schicken können.
Bitte schicken Sie mir die Texte bis zum Dienstag, den 02. Mai 2017.
Ich freue mich auf Ihre spannenden Texte!
Martina Sevecke-Pohlen

10 Gedanken zu „Ihr Lebenswerk und der Sinn des Schreibens

  1. Nun, was mich betrifft, so war es von Kindheit an in mir drin. Frühzeitig bekam ich sehr gute und spannende Romane geschenkt (Jules Verne, James F. Cooper, Robert L. Stevenson, Mark Twain, Jack London u. a.), wurde dadurch zu einer Leseratte und stellte mir immer vor, selbst etwas so richtig Packendes oder Lustiges zu schreiben. Meine Deutschlehrerin spürte es womöglich, denn sie sammelte meine Aufsätze. Doch ich wuchs auf dem Land auf und musste mir ständig Predigten über „brotlose Kunst“ usw. anhören. Also lernte ich einen ganz „normalen“ Beruf (Schriftsetzer, immerhin also schon mal buchnah) und begann erst zu schreiben, als ich arbeitslos wurde. Dann aber mit sehr, sehr vielen Widrigkeiten, da ich nicht studiert und somit keinerlei „Beziehungen“ hatte. Mein erster Roman umfasste fast 700 Seiten, beschrieb die Wertewandel-Generation im Osten Deutschlands vor dem Hintergrund von „Kohledörfern“ (Braunkohle), die zu Abbaggerung bestimmt waren, und wurde digital gedruckt, außerdem von mir selbst verbreitet. Mit erstaunlichem Erfolg und vielen richtig begeisterten Lesern, obwohl man ihm – wie ich heute meine – das Debüt anmerkt. Trotzdem brauchte ich viele Abenteuer, außerdem den Verlust von allem, was ich sonst hatte, bis ich lernte, meine Selbstzweifel einigermaßen abzulegen. Jetzt kann ich nicht glücklich sein, ohne zu schreiben; allerdings brauche ich den gleichfalls glücklichen Leser. Und diese Gemeinde wächst stark. – Aus dem ersten Roman wurde eine Tetralogie. Und das Lebenswerk? Wahrscheinlich das, wovon in diesem Jahr der erste Band erscheinen soll. Eine elfbändiger Rahmenroman mit jeweils 11 Erzählungen, die den Zustand Deutschlands, Europas und von großen Teilen der übrigen Welt anhand von Einzelschicksalen oder lebensechten Situationen beschreiben (spannend, ironisch, lustig, philosophisch, je nachdem), von etwa 1970 bis heute. (Auf meiner Website unter „Künftige Projekte“.) Insgesamt mehr als 3000 Seiten… – Bin wirklich nicht sicher, ob ich Texte irgendwohin senden möchte, da mein kleiner Verlag (3 Mitarbeiter) allmählich greift, selbst wenn der Vertrieb auf eher unkonventionellen Weise erfolgt.

    1. Lieber Andreas H. Buchwald, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Möchten Sie auch einen Beitrag im Rahmen der Sommeraktion schreiben?

  2. Auch ich habe Lebensaufzeichnungen verfasst. Es gab dafür mehrere sehr wichtige und existentielle Beweggründe, die hier anzugeben, zu persönlich wären. Es ist in der Zwischenzeit zu einem stattliche Buchformat von 270 DIN-A 4 Seiten heran gewachsen und heißt > „Erinnerungen, Stationen, Gedanken – aus meinem Leben“. Es ist nicht einfach eine chronologische Lebensbeschreibung, sondern darüber hinaus auch eine Sammlung von Gedanken und Reflexionen über Kunst und Künstler aller Kustgattungen und bedeutende Gestalten des abendländischen Geistesleben in essayistischer Form, die mich maßgeblich mit zu dem gemacht haben, der ich geworden bin. Ferner habe ich, der ich noch vor Ende des letzten Krieges geboren bin, zu zahlreichen politischen und zeitgeschichtlichen Ereignissen meiner Lebenszeit interpretierend Stellung bezogen und meine Einstellungen und großen Sorgen zu dem Besorgnis erregeneden Zustand unserer aktuellen globalen Gesellschaft und Weltpolitik und zu der von unserem verheerenden Verhalten auf dieser wunderbaren Erde bedrohten Lebensgrundlagen dargestellt! Dies widerum hat mich schließlich dazu bewogen, ein Buch gerade über diese Problematik zu schreiben!

    Die Thematik meines Buches „Fluch und Segen des Fortschritts oder die Bedrohung der Schöpfung“, ISBN 978-3-9812309-1-8, ist mir seit Jahrzehnten ein we-sentliches Anliegen. Als verantwortungsbewusster und -voller Zeitgenosse habe ich es aus tiefer Betroffenheit über den Zustand unserer Erde und aus großer Sorge um die kommenden Generationen geschrieben. Dankenswerterweise hat mir Prof. Michael Succow, Träger des Alter-nativen Nobelpreises 1997, ein eindringliches Geleitwort geschrieben, mit dem er auch die Veröffentlichung fördern wollte! Nähere Infos finden Sie auf meiner Webseite http://www.fotokunst-kerkovius.de/fluch-und-segen-mein-buch/ mit weiteren Infos und Rezensionen. Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen!
    Ich komme darin zu dem Schluss: Nur noch ein radikaler fundamentaler Bewusst-seins- und Verhaltenswandel kann uns vielleicht NOCH vor den verheerendsten Folgen der globalen Umweltzerstörung bewahren. Die Chancen, dass die wahnsinnige Menschheit dieses Jahrhundert auch nur halbwegs intakt, wenn überhaupt noch überleben wird, sind extrem gering! Unsere Umwelt ist unsere Lebensgrundlage – und wir sind ein Teil von ihr. Es bedarf auch eines/-r neuen, ganzheitlichen und systemischen Denkens und Wahrnehmung – d.h. es geht um einen fundamentalen Paradigmenwechsel auf der Basis einer verantwortungsvollen Ethik und Moral!
    Mir kommt der Mensch mittlerweile wie ein Irrer vor, der auf einem Ast sitzt, der über einem bodenlosen Abgrund ragt. Und er, dieser Wahnsinnige, sägt wie besessen an diesem Ast – nur leider an der falschen Seite!

  3. verrücktere Wege, als die, auf denen wir gingen, gibt es wohl nur wenige, aber ungewöhnliche allemal „Schreiben und Lesen “ ist das, was uns lebendig erhält 🙂

  4. Als ich vor vier Jahren seelisch zusammengebrochen bin, hat mich mein Tief immer weiter in den Abgrund gezogen. Viele Therapien – kein Ausweg. Dann begann ich aus therapheutischen Gründen zu schreiben und habe gemerkt, dass ich nach und nach die Treppe wieder hinaufsteige, hinauf ins Leben. Dass aus den ersten Schreibversuchen dann gleich ein Buch entstehen würde, habe ich damals noch nicht geahnt. Eines weiss ich heute gewiss: „SCHREIBEN IST MEIN LEBENSELIXIER !“

    Bisher erschienen: „Na bitte, geht doch! – Abenteuer Vertrieb“
    „21 Briefe – Baumanns erster Fall“
    Sommer 2017 „Blutige Sonette – Baumanns zweiter Fall“
    Frühjahr 2018 „Fiete und umami – Baumanns dritter Fall“

    Ich sende auch gern einige Fotos. An welche Email?

    Liebe Grüße

    Lisa Lenardi

Kommentar verfassen