Was waren Ihre ersten Schreibversuche, Joachim Tritschler?

Joachim Tritschler

Sie finden die Beiträge über die ersten Schreibversuche auch im Menü unter Gastbeiträge. Dort können Sie auch die Beiträge der Sommeraktionen der vergangenen Jahre entdecken. Spannend sind ebenfalls die Autoreninterviews im Menüpunkt Interviews.

Joachim Tritschler Schreibversuche

Die ersten Schreibversuche waren eher durchwachsen. Es ging erst einmal darum zu sehen, ob man selbst etwas eigenes veröffentlichen kann. Ich hatte gerade erst von Selfpublishing gehört und musste mich erst einmal kundig machen.  Ist der Startschuss für den ersten Versuch erst gefallen, empfindet man sein eigenes Werk als neuer Autor und doch Anfänger immer super und versteht erst Kritik, die kommt, überhaupt nicht. Es ist dir im ersten Moment schleierhaft, wie irgendjemand an dem etwas auszusetzen hat, woran du so lange und auch intensiv gearbeitet hast. Schnell wird man aber als Jungautor von der Realität eingeholt.

Es fehlen die Kenntnis über Lektorat, Korrektorat, Manuskript korrekt formatieren und vieles mehr.

Und erst dann beginnt die eigentliche Arbeit. Wie schafft man es sich einen Namen und die eigenen Werke einem größeren Umfeld bekannt zu machen. Und nicht zu vergessen ein gutes Cover muss ja auch gemacht werden.

Und sei dein erstes Buchprojekt auch noch so gut, wenn das Cover nichts taugt, wird es dennoch übersehen. Sicher ist jedenfalls, dass neue Autoren am Anfang einfach nur Lehrgeld bezahlen. Wichtig danach ist es aus den anfangs gemachten Fehlern zu lernen und kontinuierlich an sich zu arbeiten. Wie viel Arbeit in einem Buch steckt, merkt man erst wenn der eigentliche Text in groben Zügen fertig ist. Dann nämlich beginnt die wirklich harte Arbeit. Auch ist es nie verkehrt, wenn man sich schon früh um Testleser im eigenen Umfeld kümmert. Genau dort nach Lesern für die eigenen Werke zu suchen ist wichtig. Schließlich möchte man sein Allerheiligstes nicht wildfremden Personen in die Hände geben.

Und man muss nach ersten Fehlschlägen auch lernen, Kritik einzustecken, diese anzunehmen und daraus zu  lernen. Letztendlich wird man selbst auch besser, wenn kontinuierlich dran geblieben und weiter geschrieben wird.

Die ersten Versuche als Selfpublisher sind sicher mehr als schwierig. Ratsam ist es auch sich richtig zu vernetzen. Und zwar auch außerhalb der sozialen Medien. Sehr von Vorteil ist sicher ein Autorenstammtisch in der Nähe des Wohnorts und die dort geknüpften Kontakte. Der rege Austausch von Erfahrung gehört mit dazu. Und wenn man etwas nicht weiß, darf man sich nicht scheuen, konkrete Fragen zu stellen. Weil nur wer fragt bekommt auch Antworten.

Nach einigen Veröffentlichungen als Selfpublisher wollte ich mich bei einem Buchprojekt versuchen, das mir sehr am Herzen liegt. Dabei wurde auch der Wille geweckt, eine Veröffentlichung auch über einen Verlag zu versuchen und das Manuskript in die Hände von Fachleuten zu geben. Da bei Bewerbungen in einem Verlag auch immer ein Expose mit dazu gehört, heißt das noch mehr Vorarbeit Es gibt Muster für die Erstellung eines Expose auf den Seiten unterschiedlicher Verlage. Wenn man selbst erstmals ein Expose erstellt, sollte man es vor einem Versand an einen Verlag gegenlesen lassen, und bei der Erstellung größte Sorgfalt walten lassen.

Ob man dann einen Verlag findet, steht immer noch in den Sternen. Ich hatte dieses Glück und darf mein erstes Buch demnächst über einen Verlag veröffentlichen.

Welchen Weg jeder einzelne geht, muss er oder Sie selbst entscheiden. Aber es fallen ganz sicher keine fertig gebratenen Tauben vom Himmel.

Deswegen immer mit Mut und Zuversicht an der Sache dranbleiben.

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