Impressum – Warum es für Autoren vorteilhaft sein kann (und nicht nur eine leidige Pflicht)

 Manche Autoren veröffentlichen lieber unter einem Pseudonym. Tun sie dies im Self-Publishing, müssen sie in Deutschland im Impressum ihren Namen angeben. Oft reihen sich diese Autoren in die Reihen derer ein, die über die Impressumspflicht als Vorläufer der Zensur schimpfen.

Es gibt sicherlich gute Gründe, den eigenen Namen nicht zu nennen. Allerdings eröffnet das Impressum auch Lesern die Möglichkeit, Kontakt mit der Autorin aufzunehmen. Dieser Kontakt sollte nicht von vornherein als Aufdrängen, Schleimen oder Belästigung abgewehrt werden. Wenn ein Buch Leser berührt, begeistert oder zu eigenem Handeln anregt, ist dies positiv. Wenn Leser ihre Erfahrungen mitteilen möchten, ist dies ebenfalls positiv. Tatsächlich kann es der Beginn einer persönlichen Beziehung sein, einer Beziehung, aus der Buchempfehlungen an andere Leser oder weitere Käufe erwachsen können.

Wie auch immer Sie als Autorin ihre private Identität schützen, gestalten Sie Ihr Impressum so, dass nicht nur Abmahnanwälte unglücklich, sondern Leser froh darüber sein können.

Was bedeutet dies nun für Autorinnen, die in Ländern ohne Impressumspflicht leben und veröffentlichen? Ihnen ist die Möglichkeit gegeben, sich gänzlich zu verbergen. Sinnvoll ist das aber aus den oben genannten Gründen nicht.

Wenn Leser im ganzen Buch nicht einen Hinweis finden, wie sie mehr über die Autorin erfahren können, kommt dies für manche Leser einem Vertrauensbruch gleich. Sie haben mit den Protagonisten geliebt und gelitten, sie sind erleichtert oder bestürzt über das Ende. Aber die Autorin verschwindet spurlos aus ihrem Leben, hinterlässt weder E-Mail-Adresse, noch Internetadresse, fügt keine Biografie bei oder Hinweise auf andere Bücher.

Das Mindeste, was Sie Ihren Lesern anbieten sollten, ist ein Link zu Ihrer Profilseite bei einer Ihrer Veröffentlichungsplattformen oder Ihren Online-Händlern, etwa AuthorCentral bei Amazon. Dort können Sie sich präsentieren, ausgewählte Informationen freigeben und beispielsweise eine E-Mail-Adresse angeben, die nur für Leser ist. Auf diese Weise stellen Sie auch sicher, dass Ihre normalen Mails nicht mit denen Ihrer Fans zusammenkommen.

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