Gemeinfreie Bücher – Vor dem Vergessen bewahren

 Auch in der Vergangenheit hatten Menschen Ideen und schufen Werke. Viele dieser Werke drohen in Vergessenheit zu geraten oder sind, unverdienterweise, längst vergessen. Eine Digitalisierung solcher Werke kann verhindern, dass Wissen und Ideen verlorengehen. Dies ist beispielsweise die Idee hinter Project Gutenberg oder Wikisource, wachsenden Sammlungen digitalisierter Bücher aus aller Welt, die kostenlos heruntergeladen werden können. (Eine ausführliche Erklärung finden Sie in meinem Post Gutenberg im Netz – Volltexte für alle Leser.) Daneben gibt es Verlage wie den Null Papier Verlag, die gezielt gemeinfreie Bücher wieder veröffentlichen.

Was bedeutet gemeinfrei?

Gemeinfrei bedeutet, dass ein Werk (Text, Musik, Bild, Film …) nicht oder nicht mehr dem Urheberrecht unterliegt. Solange ein Werk vom Urheberrecht geschützt ist, dürfen nur die Inhaber der Rechte das Werk verbreiten. Verfällt das Urheberrecht, darf jeder Interessierte das Werk verbreiten, bearbeiten und die Bearbeitung veröffentlichen.

Lesen Sie hier, was genau darunter zu verstehen ist.

Wann ist ein Werk gemeinfrei?

Das Urheberrecht in seiner derzeitigen Form schützt ein Werk für die Dauer des Lebens des Erschaffers und siebzig Jahre nach seinem Tod. Nach Ablauf der siebzig Jahre verfallen auch die Nutzungsrechte, die der Erschaffer möglicherweise anderen, beispielsweise einem Verlag, eingeräumt hat. Darum können zum Beispiel verschiedene Ausgaben von Goethes Gedichten nebeneinander verkauft werden, denn Goethes Werke sind gemeinfrei. Texte erst vor relativ kurzer Zeit verstorbener Autoren, etwa Heinrich Böll, sind noch vom Urheberrecht geschützt.

Warum bewahrt Digitalisierung vor dem Vergessen?

Bibliotheken bewahren gedruckte oder von Hand geschriebene Bücher auf. Doch viele dieser Bücher können dem Publikum nicht mehr zugänglich gemacht werden, weil die alten Materialien zu empfindlich geworden sind. Andere Bücher sind längst vergessen und leben nur noch in Katalogen. Über den Wert ihrer Ideen heute sagt dies nichts aus, doch diese Ideen können so nie wieder Beachtung finden. Digitalisierte Texte dagegen ertragen es, von Millionen Augen gelesen zu werden. Die Leser können mit den Texten arbeiten und sie weiter verbreiten. So bleibt das Wissen im Bewusstsein einer weiteren Generation.

 

 

 

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