Nachtrag: Was ist Ihr Lebenswerk, Ingeborg Höverkamp?

 

Die Autorin Ingeborg Höverkamp wollte eigentlich an der Sommeraktion „Was ist Ihr Lebenswerk?“ teilnehmen. Leider hat es während der Dauer der Aktion nicht geklappt. Um so mehr freue ich mich, ihren Beitrag jetzt zu präsentieren.

Bitte stellen Sie sich und Ihre Bücher kurz vor.

Mein Name ist Ingeborg Höverkamp. Ich lebe in der Kultur-Metropolregion Nürnberg und habe bereits acht Bücher veröffentlicht, das neunte „Weihnachten – Vom Wintermärchen zum Stall von Bethlehem“ wird im November 2017 erscheinen und enthält spannende, heitere und zum Nachdenken anregende Geschichten rund um Weihnachten von 24 bekannten und beliebten Autoren. Ich bin die Herausgeberin.

Mein erstes Buch Elisabeth Engelhardt“ – eine fränkische Schriftstellerin. 1925-1978 war eine Forschungsarbeit, aus der die Biographie entstand. Über Elisabeth Engelhardts Romane Feuer heilt und Ein deutsches Dorf in Bayern sagt der ehemalige Studioleiter des Studio Franken Wolfgang Buhl: „…die raffinierteste Prosa, die hierzulande von Frauenhand geschrieben wurde“. Elisabeth Engelhardt war aber auch Kunstmalerin. In ihren Gemälden hielt sie das ländliche Franken fest, sowie Impressionen von ihren Reisen durch Europa. Das Buch folgt ihrem schicksalhaften Weg, den sie mutig und unbeirrt ging. Drei Jahre später erhielt ich den ersten Elisabeth-Engelhardt-Literatur-Preis.

Mein zweites Buch Ein Riemenschneider in Mittelfranken war eine Sensation in der Riemenschneider-Forschung. Obwohl es keine Literatur zu diesem Apostel-Abschiedsaltar in Kleinschwarzenlohe bei Nürnberg gibt, gelang es mir, nachzuweisen, dass er ein Frühwerk Riemenschneiders ist.

Das dritte Buch ist ein Lyrikband mit dem Titel Mondstaub. Für meine Lyrik wurde ich vom Freien Deutschen Autorenverband ausgezeichnet.

Mein viertes Buch ist ein Roman mit dem Titel Zähl nicht, was bitter war… . Er beschreibt die Schicksale einer Familie vom Kaiserreich bis heute. Die persönliche Geschichte der Figuren ist stets verknüpft mit der politischen Geschichte, mit den Wirren der beiden Weltkriege, der Inflation, den harten Nachkriegszeiten, der großen Arbeitslosigkeit der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Es sind die mutigen Frauen der Familie, die die Herausforderungen des Lebens annehmen und nicht an ihnen zerbrechen.

Das fünftes Buch hat den Titel: Nie wieder Krieg und ist ein Gemeinschaftswerk befreundeter Autoren und Autorinnen. In Dokumenten und Erzählungen von Zeitzeugen werden die Schicksalsjahre 1933 bis 1949 lebendig. Das Buch zeigt eindringlich die Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung auf.

Tödlicher Tee ist der Titel meines sechsten Buches, ein Krimi. Bei seiner nächtlichen Rückkehr aus Berlin nach Nürnberg findet Professor Seeger seine Frau tot in der gemeinsamen Villa vor. Die Kommissare Fuchs und Ritter übernehmen den Fall, ein uriges Duo, das immer wieder für Humor in der Geschichte sorgt. Nach akribischer Spurensuche, die bis nach Amerika reicht, fügt sich das Puzzle zu einem Ganzen und bringt eine dunkle Vergangenheit ans Licht.

Eine Chronik über die Kolpingsfamilie in Nürnberg ist mein siebtes Buch. Aus einem Berg an Dokumenten, die z.T. in Sütterlin-Schrift abgefasst sind, entstand das Buch.

Von der Trümmerstadt zur Frankenmetropole ist der Titel meines achten Buches- mit dem Untertitel: Nürnberg 1945 bis heute. Es ist ein Gemeinschaftswerk, das ich herausgegeben habe. Es zeigt den Weg der Stadt, die 1945 zu 90 Prozent zerstört war, über den rasanten Wiederaufbau, wobei die historische Substanz wieder vorbildlich aufgebaut wurde, über die Zeit des Wirtschaftswunders, bis zum modernen Nürnberg, das sich seiner Vergangenheit stellt: Mit der Verleihung des Menschenrechtspreis, der Straße der Menschenrechte und dem Dokumentationszentrum, das die Zeit des Nationalsozialismus mahnend lebendig werden lässt, sowie dem historischen Gerichtssaal, in dem die „Nürnberger Prozesse“ stattfanden.

 

Wie lange schreiben Sie schon? Wann wussten Sie, dass Sie Ihre Texte veröffentlichen wollten?

Ich schreibe seit rund 25 Jahren als freie Autorin.

Wie groß ist der Anteil, der das Schreiben in Ihrem Leben einnimmt? Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?

Das Schreiben, wozu natürlich auch das Recherchieren und Lesen von geeigneter Literatur gehört, ebenso eine umfangreiche Korrespondenz, nimmt den größten Teil des Tages ein.

Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Wie entstehen aus Ihren Ideen Texte?

Meist entstehen Ideen und Pläne im Kopf, die so lange an die Oberfläche drängen, bis sie Gestalt annehmen.

Planen Sie Ihre Bücher oder schreiben Sie ins Blaue? Wie behalten Sie die Übersicht über Handlungsstränge, Charaktere und Orte?

Meine Bücher sind alle geplant, bis hinein in jede Szene. Gelegentlich weiche ich bei der Ausarbeitung davon ab, wenn es sich zeigt, dass ein anderer Weg spannender oder einleuchtender ist.

Wie überarbeiten Sie Ihre Texte?

Die Texte überarbeite ich mehrmals am PC. Zunächst, wenn ein Kapitel fertig ist, dann muss eine längere Zeitspanne dazwischen liegen, dann folgt die zweite Überarbeitung. Wenn das Gesamtmanuskript fertig ist, die dritte Überarbeitung, die dann jedes Kapitel auch als Teil eines Ganzen bewertet und gegebenenfalls geändert werden muss.

Wie sieht der Ort aus, an dem Sie schreiben?

Mein Arbeitszimmer hat an einer Längsseite einen vier Meter langen Schreibtisch mit PC, Drucker und einen Abschnitt, an dem gelesen wird, Bücher, Briefe. Dort liegt auch mein Terminkalender und nebenan das Telefon. An den noch freien Wänden stehen Bücherregale und ein Schrank mit allem, was man zum Schreiben braucht.

Wer sind Ihre Leser? Kennen Sie Ihre Leser? Warum schreiben Sie ausgerechnet für diese Leser?

Meine Leser kommen aus allen Schichten und Altersgruppen.

Was unternehmen Sie für den Erfolg Ihrer Bücher?

Ich halte Lesungen und Vorträge.

Wenn Bücher verboten wären, welches Buch würden Sie heimlich behalten?

Da muss ich erst darüber nachdenken.

Was wäre Ihr wichtigster Tipp für einen neuen Autor?

Neue Autoren sollten sich bewusst machen, dass die Begabung allein nicht ausreicht, ein/e etablierte/r Schriftsteller/in zu werden. Das Handwerkszeug muss gründlich erlernt werden. Auch die Offenheit für konstruktive Kritik ist sehr wichtig.

Ingeborg Höverkamp

Weihnachtsmosaik

Kommentar verfassen