Den inneren Autor bei der Stange halten

den inneren Autor

Um die Jahrtausendwende wurde es üblich, dass sich Unternehmen ein Leitbild gaben und dieses veröffentlichten — vielleicht sogar auf der hauseigenen Webseite. Auf den „Über mich“-Seiten von Autor*innen steht vieles, was Leser*innen interessiert. Aber vielleicht sollten dort auch die Werte und Ziele stehen, mit denen wir den inneren Autor bei der Stange halten. Wir sollten uns viel öfter daran erinnern, warum wir schreiben und was wir mit unseren Schreiben erreichen wollen. (Und fragen, ob wir es erreicht haben.)

Den inneren Autor respektieren

Wir alle haben eine Vorstellung über unsere Gründe zu schreiben und über unsere Gründe, das zu schreiben, was wir schreiben. Es kann helfen, diese Vorstellungen aufzuschreiben, um uns daran zu erinnern. Wie die Leitbilder auf den Unternehmenswebseiten kann so eine Zusammenfassung unsere Motive und Ziele verdeutlichen. Das hilft uns auf mehrfache Weise. Wir können uns selbst daran erinnern, warum wir schreiben, und wir können kontrollieren, ob wir schreiben, was wir schreiben wollten.

Insbesondere sehen wir, ob wir überhaupt schreiben und ob wir so viel schreiben, wie wir uns vorgenommen haben. Schreiben ist hier weit gefasst als alles, was zum Erstellen eines Texts gehört, also auch die Recherche, das Erstellen von Charakteren, das Plotten … also die gesamte Arbeit an einem Text.

Es zeugt von Respekt gegenüber dem inneren Autor, wenn wir uns fragen, was und wie wir geschrieben haben.

Die innere Autorin zur Rechenschaft ziehen

Was aber, wenn wir nicht die Menge und nicht die Qualität, die wir schreiben wollten, geschafft haben? Dann sollten wir die innere Autorin zur Rechenschaft ziehen und uns fragen, warum es so gekommen ist und welche Ziele wir nicht erreicht haben.

Es gibt durchaus gute Gründe, warum wir nicht so viel geschrieben haben, wie wir schreiben wollten. Das Leben, der Brotjob und die Familie zwingen uns oft, über einen längeren Zeitraum den Schwerpunkt unserer Aktivitäten nicht auf das Schreiben zu legen. Daran ist nichts Verwerfliches, wir sollten nur ehrlich zu und selbst sein und klar formulieren, warum wir nicht schreiben konnten.

Schwerwiegender ist, wenn wir und eingestehen müssen, dass wir nicht in der Qualität schreiben konnten, die wir uns vorgenommen hatten. Dann müssen wir uns fragen, ob wir uns zu viel vorgenommen haben, ob wir das Interesse an dem Thema verloren haben, ob wir unter Zeitdruck standen. Was auch immer die Gründe sein mögen, für unsere Entwicklung als Autor*innen ist es wichtig zu erkennen, wo unsere Grenzen liegen. Erst dann können wir überlegen, ob es hilfreich ist, die Grenzen überschreiten zu wollen.

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Ich lebe mit meiner Familie in Reinbek, im schönen Schleswig-Holstein. Nach meinem Studium der Germanistik und Kunst unterrichtete ich acht Jahre an einer Realschule. Ein erneutes Studium im Bereich Praxisorientiertes Management zog mich nach Hamburg. Hier wechselte ich schließlich in den Vertrieb und später ins Management. Kurz vor meinem fünfzigsten

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