Wieken-Verlag Autorenservice Roman,Schreiben,Schreibwerkstatt Täglich Wörter zählen oder lieber nicht?

Täglich Wörter zählen oder lieber nicht?

Wörter zählen. Kleine Setzrahmen mit den englischen Zahlwörtern

Wörter zählen klingt nach einer guten Strategie. Wir behalten nicht nur den Überblick über die Menge an Text, die wir in einer Schreibsitzung oder an einem Tag produziert haben, wir lernen auch, uns zum Schreiben zu zwingen, wenn wir uns nicht danach fühlen. Aber ist es immer praktikabel?

Wörter zählen zur Disziplinierung des eigenen Schreibprozesses

Wenn wir ein Auge darauf halten wollen, wie viel wir an einem Tag oder in einer Schreibsitzung schrieben, ist Wörter zählen eine naheliegende Methode. Jede Schreibsoftware, ob für Autor*innen oder für das Büro, bieten das standardmäßig an. Software für Schreibende bietet oft auch die Möglichkeit, ein Ziel festzulegen. Damit bekommt das Zählen eine disziplinierende Funktion, was definitiv nützlich ist. Die Verführungen, angefangen von einer neuen Tasse Kaffee bis zu einem kurzen Blick auf neu eingegangenen Nachrichten, sind schließlich groß. Und nicht jeden Tag beginnen wir mit dem Gefühl, dass die Wörter aus unseren Fingerspitzen fließen werden.

Besonders für Schreibende, die wissen, dass sie einen ganzen Tag zum Schreiben haben, ist das Zählen eine gute Lösung. Wer nicht oder nicht immer so viel Zeit zur Verfügung hat, kann schnell unter Druck geraten, wenn die Zahl der Wörter an einem Tag viel zu langsam steigt und das Tagesziel unerreichbar bleibt.

Andere Methoden

Es gibt viele andere Methoden, das Wachsen eines Manuskripts im Auge zu behalten. Praktikabel ist es beispielsweise, den Inhalt oder die Struktur des Manuskripts als Maßstab zu nehmen.

Statt Wörter zu zählen, kann es helfen, auf Kapitel oder Szenen zu blicken. Das bietet sich auch an, wenn diese Stellen Schwierigkeiten bereiten. Wer an einem Tag zweitausend Wörter schreibt und anschließend wieder löscht, weil das Geschriebene nicht gut genug erscheint, hat zwar eine bestimmte Menge an Wörtern geschrieben, aber das Manuskript wird so nicht länger.

In solchen Fällen ist es sinnvoller, langsamer und bedachter zu schreiben. Der Erfolg besteht dann darin, die schwierige Passage in einer akzeptablen Form geschrieben zu haben, sodass sie bis zur Überarbeitung stehen bleiben kann.

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