Morgen, morgen, nur nicht heute – Warum Aufschieben keine Lösung ist

 Wenn der Abgabetermin für ein Manuskript oder der Tag einer Prüfung näher rückt, wenn die To-Do-Liste bis zum Fußboden hängt und sich der Inhalt des Kleiderschranks in den Korb mit der Bügelwäsche verlagert, dann bricht vielen Menschen der kalte Schweiß aus. Schokolade hilft dann manchmal. Kurzzeitig. Schokolade kann jedoch keine Texte schreiben, Prüfungswissen eintrichtern, Aufgaben erledigen oder bügeln. Das können nur wir. Aber all diese Dinge in Angriff zu nehmen, fällt schwer.

Wenn noch Zeit ist …

Wenn der Berg an Aufgaben noch klein ist, das Würgen im Hals beim Gedanken an die unerledigte Arbeit noch erträglich ist, dann hilft Planung.

Oft  bringen uns die Arbeiten in Bedrängnis, die wir selbstorganisiert erledigen sollen, in unserem Tempo zu dem uns angenehmsten Zeitpunkt, ABER bis zu einem bestimmten Termin. Fehlt ein von anderen Menschen gesetzter Rahmen, kommen wir oft ins Schleudern. Deshalb sollten wir lernen, uns selbst einen Rahmen vorzugeben.

Zwei Gründe sind hauptverantwortlich für das Aufschieben:

  1. Bequemlichkeit
  2. Angst

Wir sind zu bequem, um jetzt an den Schreibtisch zu gehen. Im Fernsehen läuft die Lieblingsserie, und bis zum Abgabetermin ist noch so viel Zeit. Mit dieser Einstellung wird es erfahrungsgemäß nichts mit dem Lernen, und der Abgabetermin ist plötzlich morgen. Was aber würde passieren, wenn wir die Lieblingsserie zur Belohnung machen? Wenn wir uns überzeugen, dass wir nach einer Stunde am Schreibtisch fernsehen dürfen?

Mit einer Belohnung in Aussicht, schaffen wir den Wechsel vom Sofa an den Schreibtisch. Wenn wir schon einmal dort sitzen, können wir uns kleine Belohnungen für die restliche Woche überlegen, kleine Dinge, die wir mögen und die wir nur machen dürfen, wenn  wir unser Arbeitspensum erreicht haben.

Angst ist dagegen ein echtes Problem. Oft befürchten wir Misserfolg, während der Arbeit und auch als deren Ergebnis. In solchen Fällen hilft Selbsterziehung durch kleine Belohnungen nicht mehr. Nur eine Beratung, vielleicht mit Therapie, kann klären, was hinter der Angst steckt und warum sie uns so lähmt.

Wenn keine Zeit mehr bleibt …

Haben wir die zur Verfügung stehende Zeit ausgereizt, müssen wir schnell handeln.

  1. Was können wir jetzt noch schaffen? Dieser Teil der Aufgabe hat Vorrang und muss sofort erledigt werden.
  2. Andere Aufgaben sollten wir anschließend darauf überprüfen, ob wir sie noch erledigen müssen. Vieles erledigt sich nämlich tatsächlich von selbst, nur leider nicht in unserem Interesse.
  3. Wir müssen einen Plan machen, wie wir es vermeiden können, dass wieder so ein Notstand eintritt. Am besten wir suchen uns dazu einen Partner, der uns immer wieder fragt, was wir geschafft haben, und uns ermahnt, wenn wir hinter dem Zeitplan zurückliegen.

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