Sommerinterview 2015 – Lothar Birkner

 Dies ist das sechste Sommerinterview auf meinem Blog. Hier lernen Sie Autoren oder Kollegen kennen, entdecken neue Bücher, finden Gemeinsamkeiten und sammeln vielleicht den einen oder anderen Tipp auf. Heute lesen Sie über Lothar Birkner.

Lothar Birkner (c) privat

Lothar Birkner (c) privat

1. Wie lange schreiben Sie schon? Wann wussten Sie, dass Sie Ihre Texte veröffentlichen wollten?

Ich habe seit meiner Schulzeit, das ist jetzt 47 Jahre her, immer im Kopf gehabt Bücher zu schreiben. Wirklich angefangen habe ich aber erst vor einem Jahr.

2. Wie groß ist der Anteil, der das Schreiben in Ihrem Leben einnimmt? Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Die Frage kann ich zumindest prozentual nicht beantworten. Denn gedanklich bin ich meistens mit den Vorbereitungen beschäftigt, wie Ideen im Kopf sortieren, recherchieren und vieles mehr. Das eigentliche Schreiben nimmt vielleicht eine Stunde pro Tag in Anspruch. Ich bin neuerdings Rentner und mache deshalb nur noch was mir Spaß macht. Außer Schreiben, ist das vor allem Lesen, aber auch Taxi fahren. Der Kontakt mit Menschen auf diese Art inspiriert mich.

3. Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Wie entstehen aus Ihren Ideen Texte?

Zuerst ist eine Idee zu einer Handlung da, dann erschaffe ich gedanklich meine Protagonisten und versuche mich in sie und ihre Motivationen hereinzudenken. Dann lasse ich meine Fantasie arbeiten, was geschehen könnte. Im Übrigen gilt, was ich in der vorherigen Antwort gesagt habe.

4. Planen Sie Ihre Bücher oder schreiben Sie ins Blaue? Wie behalten Sie die Übersicht über Handlungsstränge, Charaktere und Orte?

Ich plane meine Bücher, aber nur in groben Zügen, oft entstehen zusätzliche Gedanken während des Schreibens. Die Übersicht habe ich immer nur im Kopf.

5. Wie überarbeiten Sie Ihre Texte?

Selbst und mit der Hilfe von Freunden.

6. Wie sieht der Ort aus, an dem Sie schreiben?

Ich schreibe überall, wenn ich gerade Zeit habe, im Wohnzimmer, in der Küche, im Auto. Der Ort wird von mir ausgeblendet und ist völlig egal.

7. Wer sind Ihre Leser? Kennen Sie Ihre Leser? Warum schreiben Sie ausgerechnet für diese Leser?

Ich kenne einige wenige meiner Leser persönlich. Grundsätzlich schreibe ich für alle Menschen, die spannende Unterhaltung suchen in Verbindung mit Denkanstößen zu allgemeinen Lebensfragen, politischen und philosophischen Problemen.

8. Was unternehmen Sie für den Erfolg Ihrer Bücher?

Ich versuche meine bescheidenen Mittel gezielt für kleine Marketingmaßnahmen einzusetzen.

9. Wenn Bücher verboten wären, welches Buch würden Sie heimlich behalten?

Meine Lieblingsbücher seit langem sind Goethes Faust, Hermann Hesse Das Glasperlenspiel und Bertolt Brecht Geschichten vom Herrn Keuner, ungefähr in dieser Reihenfolge.

10. Was wäre Ihr wichtigster Tipp für einen neuen Autor?

Sammle deine Erfahrungen, lerne daraus und glaube an dich selbst.

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