Wie eigne ich mir neues Wissen an?

Wir lernen nie aus. Fortbildungen, Kurse, Buchrecherche, Referate oder Podiumsdiskussionen – Auch Autoren stehen immer wieder vor der Situation, dass sie sich neues Wissen aneignen und abrufbar machen müssen. Einige Lernstrategien aus Schule, Studium und Ausbildung können Sie auch jetzt anwenden. Nur, wie ging das noch mal?

Struktur schaffen

Lernstoff, Lernzeit und Lernort sollten Sie immer strukturieren.

Auch den Lernort? Ein guter Ort zum Lernen hat möglichst keine Ablenkung, ist aufgeräumt und hat alle Hilfsmittel und Werkzeuge, die Sie wahrscheinlich brauchen, in Griffweite. Verwechseln Sie nicht Lernen und kreatives Arbeiten. Für schöpferisches Arbeiten sind Impulse von außen notwendig. Beim Lernen geht es ausschließlich um Sie und Ihren Lernstoff.

Planen Sie Ihre Lernzeit. Diese Zeit steht ausschließlich für das Lernen zur Verfügung. Wählen Sie nach Möglichkeit eine Zeit, zu der Sie besonders aufnahmefähig sind. Manche Menschen sind das früh am Morgen, andere am Nachmittag. Manchmal hilft es, äußere Signale zu setzen, etwa durch einen Wecker oder eine Eieruhr. Halten Sie sich vor und nach der Lernzeit eine Übergangsphase frei. Es hilft Ihnen wenig, wenn Sie sich gestresst auf den Schreibtischstuhl werfen und nach dem Klingeln der Eieruhr wieder loshetzen. Wie für das Schreiben benötigen Sie Zeit, um beim Lernstoff anzukommen und sich für ihn zu öffnen. Je ruhiger und gelassener Sie Ihre Lernzeit beginnen, desto schneller finden Sie zum Lernstoff und desto mehr Zeit steht Ihnen für effektives Lernen zur Verfügung.

Ordnen Sie Ihren Lernstoff. Diese Phase sollten Sie nicht unterschätzen, denn für das Strukturieren sichten Sie den Lernstoff, lesen Inhaltsverzeichnisse und überfliegen Texte. Das ist bereits Teil des Lernens. Arbeiten Sie mit Farben, wenn Sie unterstreichen oder markieren. Legen Sie grafische Übersichten für einzelne Themenbereiche an. Diese Übersichten können Sie als Grundlage für Referate nutzen – Referate nur für Sie und gegebenenfalls einen Zuhörer. Vielen Menschen hilft es, Gelerntes einmal laut vorzutragen. Wenn möglich sprechen Sie mit einem Partner über den Lernstoff. Ihr Lernpartner muss kein Experte für das Thema sein. Seine Fragen werfen manchmal neues Licht auf Zusammenhänge oder zeigt Ihnen, wo auch bei Ihnen noch Unklarheiten bestehen.

Setzen Sie in regelmäßigen Abständen  Zeit zum Wiederholen fest!

Pausen

Gönnen Sie sich Pausen. Manche Lerntechniken setzen feste Abstände für Pausen fest. Folgen Sie auch da Ihren Bedürfnissen. Erliegen Sie aber nicht dem Fehlschluss, Sie könnten mehrere Stunden ohne Unterbrechung lernen. Das gelingt Ihnen vielleicht beim Schreiben. Bedenken Sie, dass kreatives Arbeiten und Lernen unterschiedliche Tätigkeiten sind und von Ihnen unterschiedliche Herangehensweisen verlangen.

Gehörten Sie früher zu den Schülern, die sich das Vokabelheft unter das Kopfkissen gelegt haben, in der Hoffnung, dass die Vokabeln am nächsten Morgen sitzen? Es kann sein, dass Sie am besten vor dem Schlafengehen lernen. Im Schlaf verarbeitet Ihr Gehirn den Lernstoff. Probieren Sie es aus, gehen Sie aber wirklich direkt vom Lernen ins Bett. Fernsehen löscht das Gelernte wieder.

Machen Sie es Ihrem Gehirn leicht

Manche Menschen hören gerne Musik beim Lernen, andere stört das. Wieder andere verbinden das Gelernte mit Musik. Nicht umsonst gibt es für den Kindergarten oder die Grundschule so viele Lernlieder. Singen Sie Texte, Vokabeln, Definitionen. Es muss nicht laut sein, schließlich ist der Inhalt nur für Sie.

Bauen Sie sich eigene Eselsbrücken oder Beispiele, die Sie immer wieder aktivieren.

Schreiben Sie mit der Hand. Die Bewegung der Hand aktiviert das Gehirn zusätzlich. Übernehmen Sie nicht nur Text aus einer Quelle, formulieren Sie ihn um. Auch das fordert Ihr Gehirn. Schreiben Sie Zusammenfassungen oder Definitionen und Vokabeln auf einzelne Zettel oder Karteikarten. Auf diese Weise können Sie den Stoff leicht mitnehmen und regelmäßig wiederholen wiederholen.

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