Sommerinterview 2015 – Rosmarie Benke-Bursian

 Dies ist das zwölfte Sommerinterview auf meinem Blog. Hier lernen Sie Autoren oder Kollegen kennen, entdecken neue Bücher, finden Gemeinsamkeiten und sammeln vielleicht den einen oder anderen Tipp auf. Heute lesen Sie über Rosemarie Benke-Bursian.

Rosemarie Benke-Bursian (c) privat
Rosemarie Benke-Bursian (c) privat

Bitte stellen Sie sich und Ihre Bücher kurz vor.

Ich bin promovierte Diplom-Biologin und seit vielen Jahren als freiberufliche (Wissenschafts)Journalistin und Autorin tätig.
Von mir gibt es eine Reihe an Sachbüchern – hauptsächlich aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich – drei Kinderbücher, zwei Krimisammlungen sowie mehrere Kinder- bzw. Tiergeschichten, Kurzkrimis und Kurzgeschichten in diversen Anthologien und Zeitschriften.

1. Wie lange schreiben Sie schon? Wann wussten Sie, dass Sie Ihre Texte veröffentlichen wollten?

Wie lange ich schreibe lässt sich nicht anhand eines festen Zeitpunktes ausmachen. Mir geht es da wie vielen Künstlern: Man fängt aus Spaß als Kind damit an und bleibt dabei, weil der das Interesse nicht nachlässt. Der Sprung vom Hobby zum Beruf ist gerade beim Schreiben sehr fließend, denn auch mit ernsthaftem und professionellem Schreiben lässt sich für kaum einen Autoren der Lebensunterhalt bestreiten. Im Bereich der Belletristik können ca. 5% der Autoren vom Schreiben allein leben.
Ob man seine Texte veröffentlichen kann, weiß man als Autor im Grunde erst, wenn man einen Vertrag in den Händen hält. Man kann zwar versuchen, das zielstrebig zu planen, doch nicht wenige warten dann dennoch Jahre oder gar Jahrzehnte bis es klappt.
Ich selbst hatte meine ersten Veröffentlichungen auch gar nicht im belletristischen Bereich. Genau genommen sind meine ersten veröffentlichten Texte wissenschaftliche Publikation, die ich während meiner Promotion geschrieben habe und die in renommierten Fachzeitschriften erschienen. Später kamen über meine beruflichen Aktivitäten journalistische Artikel Broschüren, Schulungsunterlagen und anderes mehr dazu.
Auf dieser Grundlage habe ich auch den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt und auf ihr fußt auch heute noch eine wesentliche Einnahmequelle.
Mein erstes veröffentlichtes Buch war dann auch eine Auftragsarbeit über eine Agentur: Die Beteiligung an einem Mathebuch. Weitere Sachbücher folgten.
An Geschichten schrieb ich eher nebenher weiter. Das permanente Schreiben an sich beförderte aber auch meine Ideen und meine Lust diese aufzuschreiben. Nun dachte ich auch öfter darüber nach, ob ich meine Geschichten veröffentlichten könnte.
Ich begann Kurzgeschichten zu Zeitschriften und Wettbewerben einzuschicken konnte einen Minikrimi recht lukrativ bei einer Zeitschrift unterbringen und gewann bei einem Literaturwettbewerb den Sonderpreis Kindergeschichte. Das hat in meinem Kopf endgültig einen Schalter umgelegt, künftig ganz bewusst auch als Autorin von Geschichten in Erscheinung zu treten.

2. Wie groß ist der Anteil, der das Schreiben in Ihrem Leben einnimmt? Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?

Da ich ja über das Schreiben bzw. von Projekten rund um das Schreiben (Redaktion, Lesungen, Schreibworkshops, Coaching) meinen Lebensunterhalt bestreite, besteht mein Arbeitsalltag entsprechend überwiegend aus Schreiben.
Da sich mein Arbeitsalltag dazu noch permanent mit meiner Freizeit verwebt, denn ich kann es gar nicht verhindern, dass mir Ideen bei ganz anderen Tätigkeiten kommen, dass ich mich mit Freunden, die teilweise ja auch Autoren- / Künstlerkollegen sind, in Bezug auf neue Schreibkonzepte und Aktivitäten bespreche. Fahrten in der Bahn und andere Wartezeiten nutze ich, um an einer Szene zu feilen oder neue Gedanken zu notieren. Ein Großteil meiner Arbeit besteht zudem aus Recherche. Lesen gehört daher unweigerlich zu meiner Schreibtätigkeit dazu. Dann mache ich mir auf einem Block Notizen, markiere Textstellen und / oder schreibe an den Rand. Daneben bin ich in ein paar Autoren- / Künstlergruppen aktiv, z.B. in der örtlichen Künstlergruppe „KulturArt am See“ und bei den „Mörderischen Schwestern“, was ebenfalls wiederum meine Schreibarbeit unterstützt und inspiriert. So gesehen ist mein tägliches Leben maßgeblich vom Schreiben bestimmt.
Reine Computerzeit sind das meist
zwischen 6 und 10 Stunden täglich, also auch am Wochenende, weil ich andererseits versuche, die Computerzeit zu entzerren, um nicht so lange Zeit am Stück zu sitzen. Zur Computerzeit gehört dann allerdings neben der reinen Schreibzeit an Geschichten oder Artikeln auch das Schreiben von Mails ebenso dazu wie das Netzwerken und das Lesen von Artikeln und anderen Infos im Netz, denn das sind ebenfalls wichtige Tätigkeiten für mich als freiberuflich Schreibende.
Wenn ich gar nicht schreibe, lese oder an einem Projekt rund ums Schreiben arbeite höre ich gerne Musik, arbeite in meinem Garten, treffe mich mit Freunden und treibe Sport. Sport ist eine weitere Leidenschaft von mir. Dazu gehört neben Wandern, Randfahren u.a.m. vor allem Tischtennis. Tischtennis spiele ich im Verein mit allem was dazu gehört: Training, Punktspiele, Turniere. Außerdem bin ich Jugendtrainerin, Mannschaftsführerin und Abteilungsleiterin. Damit ergibt sich rund um den Tischtennissport noch einmal ein ganz eigenes Betätigungsfeld für mich, das an manchen Tagen mehr Raum einnimmt, als das Schreiben.

3. Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Wie entstehen aus Ihren Ideen Texte?

Mich inspiriert so viel – Briefe, Bücher, Filme, Gespräche mit Freunden, Erinnerungen, Bilder, Szenen im Alltag, und Routinearbeiten, bei denen meine Gedanken spazieren gehen können – dass ich mich eher fragen müsste, was mich nicht inspiriert.
Ich habe daher auch immer etwas zum Schreiben bei mir, damit mir diese Ideen nicht verloren gehen. Ideen, das sind bei mir Szenen, die ich irgendwo mal einbauen könnte, Themen, aus denen sich was machen ließe und nicht selten auch eine fertige Geschichte bzw. ein kompletter Plot zu einer Geschichte. Zu Hause sortiere ich das in Ordner und im Pc nach Themen, so dass ich den Überblick erhalte. Das war schon so, als ich noch Kind war. Mit der Zeit sind daraus Hefte und Ordner voller Ideen, Szenen, Gliederungen sowie halber und ganzer Geschichten entstanden, von denen ich mich heute auch wieder inspirieren lassen kann. Meist weiß ich schon was ich als nächstes schreiben möchte, bevor ich eine Geschichte abgeschlossen habe, oftmals sind es sogar mehr als eine Geschichte und ich muss auswählen, was ich gerade nicht schreibe.
Meist ist dann aber ein Gedanke / eine Idee so stark, dass sie mich nicht mehr loslässt und durch den Alltag begleitet. Egal ob ich am Computer sitze, einkaufen gehe oder Wäsche wasche, drängen sich neue Gedanken auf, verfeinern sich die Details, so dass sich die Geschichte fast wie nebenbei webt, ich muss sie nur noch aus meinem Kopf zu Papier bringen.
Aber es kommt auch vor, dass ich aus einer nur vagen Idee, den Plot konkretisiere und mich dabei diverser Plotmethoden bediene, wie z.B. dem Mindmapping, der Schneeflockenmethode, Figurenpsychogramm.
Wenn ich keinen guten Anfang habe, schreibe ich auch mal zwei / drei bzw. skizziere ihn nur und schreibe mich so in den eigentlichen Text hinein. Auch bestimmte Szene, die ich mir noch nicht gut vorstellen kann, überspringe ich schon mal, in dem ich nur Stichpunkten festhalte und da weiter schreibe, wo ich wieder konkrete Bilder im Kopf habe. Aber die erste Niederschrift ist eh nur ein Entwurf und muss überarbeitet werden. Durch das Fortschreiben werden mir aber auch die zurückliegenden Szenen klar und ich kann sie nachträglich ausformulieren.

4. Planen Sie Ihre Bücher oder schreiben Sie ins Blaue? Wie behalten Sie die Übersicht über Handlungsstränge, Charaktere und Orte?

Meine Sachbücher plane ich durch und durch. Die sind bisher sowieso nur über Aufträge mit entsprechenden Zielvorgaben entstanden.
Bei meinen Geschichten ist das anders. Ich habe ja oben schon geschildert, dass ich eher zu viele als zu wenig Ideen habe und das sich manche davon regelrecht aufdrängt, bzw. quasi wie von selbst plant. Da kann es vorkommen, dass ich gar nicht so schnell schreiben kann, wie die Geschichte entsteht.
Bei anderen plane ich, die noch fehlenden Teile. Und manchmal, wenn die Geschichte zu einem Wettbewerb oder einem Anthologie-Thema passen bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein soll, dann plane ich die schon auch mal sehr gezielt. Da kann es dann auch mal vorkommen, dass ich hänge, nicht weiß, wie ich weiterkomme. Dann helfen Pausen und / oder ein paar der bereits oben erwähnten Plotmethoden, um weiterzukommen.
Bei kürzeren Geschichten ist es kein Problem die Übersicht zu behalten. Bei langen allerdings habe ich neben der ausformulierten Geschichte ein eigenes Dokument – handschriftlich oder im PC, oft sogar beides – in dem ich nur den Handlungsablauf festhalte, so dass ich mich gezielt von A nach B und Richtung Ziel bewege. Nebenstränge werden ebenfalls extra festgehalten.
Figuren erhalten von mir ein komplettes Psychogramm, je wichtiger die Figur ist, um so ausführlicher beschreibe ich sie: Aussehen, Eigenschaften, Umfeld, Vorlieben, Wünsche, Träume, Ängste etc. Je genauer man sich eine Figur vorstellt, um so klarer erkennt man auch, wie sie in dieser oder jener Situation handeln bzw. entscheiden wird. Ein energischer Charakter wird leichter andere dominieren, als ein ängstlich schüchterner und ein pfiffiges neugieriges Mädchen wird eher einen guten Einfall zu einer Problemlösung haben, als das Kind, dem sowieso alles wurscht ist.
Wichtige Orte, deren Aussehen bzw. geografische Beschaffenheit eine wichtige Rolle spielen, beschreibe ich ebenfalls separat, mache vielleicht sogar eine Skizze oder lasse mich von realen Orten inspirieren, so dass auch die in der Geschichte keinen logischen Bruch bekommen.

5. Wie überarbeiten Sie Ihre Texte?

Einen Teil überarbeite ich bereits während des Schreibens. Entweder weil mir etwas einfällt, dass ich anders schreiben, ergänzen oder doch lieber streichen möchte, oder weil ich das Geschriebene lese und auf Stellen oder Fehler stoße, die ich dann gleich korrigiere bzw. für die Überarbeitung markiere. So lange das Manuskript nicht fertig ist, versuche ich allerdings mich nicht zu lange mit einer Überarbeitung aufzuhalten. Wenn mir beim Lesen etwas auffällt, was ich unstimmig finde, oder mir nicht gefällt, zudem mir aber nicht gleich eine bessere Lösung einfällt, streiche ich das nur an und denke nicht lange darüber nach. Ich lese mein Manuskript bzw. Teile davon auch nur, um den Anschluss zu finden bzw. mich einzustimmen für das Kommende. So lange ich täglich daran schreibe, reicht es meistens aus, dass ich nur den zurückliegenden Absatz lese. Doch wenn das Manuskript länger gelegen hat, dann lese ich das ganze letzte Kapitel und / oder das, welches für das nächste maßgeblich ist.
Wenn das Manuskript komplett fertig ist, lese ich es mehrere Male am Stück durch. Zuerst am Bildschirm, weil mir da schon viel auffällt, was ich gleich korrigieren kann, zumal dabei das Rechtschreibprogramm mitläuft, das grobe Rechtschreibfehler kennzeichnet.
Dann drucke ich den Text aus und lese ihn vom Papier, denn auf dem Bildschirm entgehen mir eine Menge mehr Fehler als in der Druckform. Außerdem kann ich im ausgedruckten Manuskript mit Textmarkern arbeiten. Das ist hilfreich, um Wortwiederholungen, Füllwörtern und Lieblingsausdrücken auf die Spur zu kommen.
Nach Möglichkeit lasse ich den Text vor dem Ausdruck bzw. der abschließenden Überarbeitung eine Weile liegen und schreibe inzwischen an etwas anderen. Dann habe ich Abstand dazu und mir fallen unstimmige und unschöne Textstellen besser auf. Über lautes Lesen, finde ich weitere Stolperstellen.
Dennoch ist es fast unmöglich, alle Fehler allein zu entdecken. Das gilt um so mehr, je länger der Text ist. Dazu kommt, dass man durch den ganzen Unterbau, also die Psychogramme, Orts- und Handlungsabläufe, die man zwar erstellt, aber nicht im Text untergebracht hat, so manche unklare Textstellen gar nicht erkennt. Dafür braucht es Fremdleser, weshalb ich sehr gerne mit Testlesern arbeite. Am liebsten zwei oder drei, weil jeder den Text anders liest, über andere Stellen stolpert, einen anderen Geschmack hat. Damit bin ich gezwungen, mir Gedanken zu machen, was davon mir selbst wichtig ist und vielleicht auch warum und welchem Einwand ich folgen kann. So kann es sein, dass ich dann weder das eine noch das andere nehme, sondern zu einer kompletten neuen Formulierung angeregt werde.

6. Wie sieht der Ort aus, an dem Sie schreiben?

Das wechselt ein bisschen. Denn mein Lieblingsort ist ganz klar auf meiner Terrasse. Die frische Luft, mein bunter Garten, die zwitschernden Vögel bieten eine so herrlich entspannte Atmosphäre, das ich, wann immer möglich, dorthin umziehe. Und ich sitze auch noch dort, wenn es ein bisschen regnet, da ein Teil der Terrasse durch den darüber liegenden Balkon geschützt ist und falls nötig spanne ich den Sonnenschirm noch als Regenschirm auf. So lange es nicht kalt ist und weder ich noch meine Schreibutensilien nass werden, finde ich dann auch den Regen und seine Geräusche als angenehm.
Im Winter, abends und wenn das Wetter die Terrasse nicht erlaubt, sitze ich in meinem Büro unter dem Dach. Dort habe ich neben meinem Schreibtisch noch einen Computertisch, der im rechten Winkel zu meinem Schreibtisch steht und eine angenehme Schreibhöhe bietet. Dort oben habe ich auch alle notwendigen Unterlagen und kann außerdem alles stehen und liegen lassen wie es ist, denn dort arbeite nur ich.

7. Wer sind Ihre Leser? Kennen Sie Ihre Leser? Warum schreiben Sie ausgerechnet für diese Leser?

Da ich ein breites Spektrum abdecke, habe ich auch ganz unterschiedliche Leser. Meine Sachbücher sind für interessierte Laien, meine Kinderbücher logischerweise für Kinder und meine andere Geschichten für Erwachsene, denen diese Geschichten gefallen.
Meine Sachbücher schreibe ich, wenn ich die Aufträge dazu bekomme, die zu mir und meinem Fachwissen passen. Solche Aufträge nehme ich gerne an, weil ich auf diese Weise mit dem, was ich studiert habe – Biologie und den Naturwissenschaften – in engem Kontakt bleibe. An den Leser denke ich erst in dem Moment, wo ich das Sachbuch plane sowie beim Schreiben. Dann versuche ich mir allerdings vorzustellen, was ihn interessieren könnte und was aber eben auch nicht. Bei den Sachbüchern möchte ich die Leser mit meiner Begeisterung für die Naturwissenschaften anstecken. Interessierte Laien sind prinzipiell dafür offen, daher sind sie eine dankbare Leserschaft. Solche Leser kenne ich schon deshalb, weil ich davon viele in meinem eigenen Bekannten- und Verwandtenkreis habe und weil ich selbst in vielen Bereichen ein interessierter Laie bin.
Krimis schreibe ich, weil ich selbst gerne Krimis lese, weil ich Spaß an spannender Literatur habe. Damit kenne ich auch diese Leser. Im Grunde schreibe ich die Geschichten, die auch selbst gerne lesen würde.
Ähnlich geht es mir mit den Kurzgeschichten und auch mit den Kindergeschichten.
Ich habe schon als Kind gerne gelesen und eine ganze Reihe der Kinderbücher besitze ich heute noch. Ich glaube, man muss ein bisschen Kind geblieben sein, selbst gerne Kinderbücher lesen und einen Zugang zu Kindern, ihren Interessen und ihrer Welt haben, um für Kinder schreiben zu können.
Alles das, was ich schreibe, muss mich also zuallererst selbst mitreißen können, sonst fehlt mir das Gefühl dafür ob es gut ist oder nicht. Ich kann mir keinen Leser einfach mal so theoretisch denken und dann für ihn schreiben.
Das geht für Sachtexte. Da habe ich beispielsweise für das letzte Mathebuch sehr intensiv recherchiert, welche Leser sich so ein Mathebuch kaufen würden und was genau die suchen. Diese potentiellen Leser habe ich im Internet auf diversen Plattformen gefunden, wo man Fragen stellen bzw. sich austauschen konnte. Für diese Leser habe ich dann das Buch konzipiert mit dem schönen Gefühl, ihnen mit meinem Buch weiterhelfen zu können.
Ansonsten bin ich quasi selbst der erste Leser, für den ich schreibe. Und damit schreibe ich automatisch für solche Leser, die einen ähnlichen Geschmack und Humor haben wie ich. Damit erklärt sich auch das Warum. Für solche Leser kann ich am Besten schreiben. Für die fallen mir wie von selbst Geschichten ein. Für die macht es mir Spaß zu schreiben.

8. Was unternehmen Sie für den Erfolg Ihrer Bücher?

Für meine Sachbücher unternehme ich relativ wenig, außer dass ich sie auf meiner Website und auf diversen Veranstaltungen vorstelle.
Meine Geschichten versuche ich aktiver zu unterstützen.
Das fängt schon bei der Verlagssuche an, denn auch wenn Verlage heutzutage ihre Autoren weniger unterstützen (können) als in früheren Zeiten, ist ein etablierter Verlag je nach Größe auch im Buchhandel vertreten, wenn auch manchmal nur punktuell und er verschickt Rezensionsexemplare oder organisiert auch mal Lesungen.
Ich selbst pflege zur Unterstützung meine Autoren-Website. Stelle auf ihr nicht nur meine Bücher vor, sondern versuche sie auch so zu gestalten, dass sie möglichst viele und immer wieder neue Besucher anlockt. Das ist mittlerweile eine Wissenschaft für sich.
Daneben bin ich eine recht aktive Netzwerkerin und auf allen gängigen Plattformen wie Facebook, Twitter, Google+, Xing u.v.m. vertreten. Auf Facebook habe ich eine weitere Autorenfanpage.
Ich suche aktiv Rezensenten bzw. Buchblogger für meine Bücher und ich stelle neue Informationen, Rezensionen u.a.m. zu meinem Büchern wiederum auf meiner Website und in den Netzwerken vor.
Ich nehme meine Bücher mit zu Veranstaltungen mit Büchertischen oder biete sie auf entsprechenden (Bücher)Märkten an.
Ich kümmere mich selbst um Lesungen. Bisher nur regional, aber für die Zukunft habe ich durchaus auch Online-Lesungen im Kopf.
Ich nutze die Möglichkeiten, die das Netz bzw. andere Websitenbetreiber mir bieten, meine Bücher bekannt zu machen., z.B. mein Buch auf ihrer Seite vorzustellen.
Ich veranstalte diverse Aktionen, Preisaktionen, kleine Werbeaktionen, Gewinnspiele Gutscheinaktionen usw.
Seit einiger Zeit gestalte ich einen eigenen Flyer. In dieser Richtung möchte ich in Zukunft noch mehr unternehmen.
Insgesamt ist es eine Gradwanderung, denn es gibt eine Menge Möglichkeiten, seine Bücher zu promoten. All diese Maßnahmen kosten entweder viel Zeit oder Geld oder beides. Wer es ganz richtig machen möchte, der muss nicht nur promoten, sondern auch den Erfolg regelmäßig messen, damit das Ganze effektiv ist. Denn viele Maßnahmen laufen ins Leere, wenn man sie nicht gezielt und sinnvoll einsetzt. Professionalität zahlt sich durchaus aus. Doch kostet das wiederum noch mehr Zeit und / oder Geld, abgesehen davon, dass man sich in ein ganz neues Fachgebiet, das des Marketings, einarbeiten muss.
Je mehr man versucht, seine Bücher zu promoten, um so weniger Zeit hat man dann allerdings, um neue Bücher zu schreiben. Doch genau das ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für den Erfolg, damit man keine Eintagsfliege schafft, sondern beizeiten für Nachschub sorgt. Und eigentlich ist es ja auch das, was man als Autor primär möchte: schreiben.
Das alles ist eine Gradwanderung, für ich auch noch die optimale Formel suche.

9.Wenn Bücher verboten wären, welches Buch würden Sie heimlich behalten?

Oha, was für ein grässliches Szenario!
Ja, was würde ich behalten? Wenn die Strafe nicht so hoch wäre, alle. Oder doch so viele, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung passt. Bei nur einem käme ich echt ins Schwitzen. Dann würde ich mich vielleicht für einen E-Book-Reader entscheiden und möglichst viele drauf laden.
Tja, wenn es wirklich nur eines wäre, bräuchte ich Bedenkzeit. Dann würde ich das wohl von den jeweiligen Umständen abhängig machen und das mitnehmen, was mir in der konkreten Situation am nützlichsten erscheint: Eines, das mir beim Überleben hilft. Oder eines, das mir Mut macht oder einen besonderen Sinn gibt.
Ich habe kein Buch auf das ich zeigen könnte und sage: Das ist es, egal was passiert. Es gibt aber sehr wohl Bücher, denen ich eine ganz besondere Bedeutung gebe und von denen ich mich sehr schwer und mit als Letztes trennen würde. So eines ist „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.

10. Was wäre Ihr wichtigster Tipp für einen neuen Autor?

Schreiben, schreiben, schreiben, mit viel Geduld und Durchhaltevermögen sowie den Austausch mit anderen, denn die besten Tipps haben die, die den gleichen Weg gehen bzw. gegangen sind.

 

 

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