By | 19. Dezember 2019

vom Leser zum Autor

Auf dem Weg vom Leser zum Autor wirken mehrere Kräfte auf ein Individuum ein. Da sind verschiedene Einflüsse und da sind verschiedene Voraussetzungen. Während die Einflüsse variieren, sind die Voraussetzungen immer gleich.

Vom Leser zum Autor – die Einflüsse

Die Einflüsse, die einen Leser oder eine Leserin dazu bringen, selbst zu schreiben, kommen alle aus der Erfahrung des Lesens. Es kann der Wunsch sein, das Buch zu schreiben, das man schon immer lesen wollte, aber nie gefunden hat. Es kann Unzufriedenheit mit dem Ende eines ansonsten faszinierenden Buches sein, wenn die Falschen als Liebende zusammenkommen, die Falschen bestraft oder belohnt werden. Vielleicht ist es die Suche nach einem neuen Blickwinkel auf ein altes Problem, der Wunsch nach neuen Lösungen. Möglicherweise ist es das Ziel, ein Genre zu erweitern.

All diesen Motivationen geht die Erfahrung voraus, gelesen zu haben, Lesen als Genuss zu empfinden und aus dem Lesen positive Energie zu ziehen.

Vom Leser zum Autor – die Voraussetzungen

Wer unter den oben genannten Einflüssen den Punkt erreicht, an dem es möglich und wünschenswert erscheint, selbst zu schreiben, bringt drei Voraussetzungen mit. Ohne diese drei Voraussetzungen kommt ein Mensch nicht so weit, die Grenzen der über viele Jahre gewohnten Rolle als Leser zu erkennen und zu überschreiten.

Courage

Die altmodisch anmutende Courage beschreibt besser als der moderne Mut, was angehende Autor*innen benötigen. Courage wird in zwei Bereichen nötig. Zum einen muss eine Idee überzeugend, ja bezwingend aufgeschrieben werden. Dazu gehört ein fester Glaube an die Idee und die Entschlossenheit, die Idee über die Hürden von Unerfahrenheit und Unbekanntheit vor Leser*innen zu bringen. Zum anderen gehört dazu die Bereitschaft, sich für die Idee und ihre Ausführung von Leser*innen kritisieren zu lassen.

Fantasie

Fantasie bedeutet nicht nur eine Menge brillanter Ideen, es gehören dazu die Fähigkeit und die Bereitschaft, eigene Worte und eigene Formulierungen zu finden. Über Liebe und Tod wurde schon viele Jahrhunderte geschrieben, doch jede Autorin und jeder Autor muss neue, in dieser Kombination, in dieser Stärke unbekannte Worte finden.

Liebe

Die Liebe von Autor*innen zu ihrer Schöpfung ist weiter gefasst als die Liebe im normalen Leben. Autor*innen müssen ihre Ideen lieben und für sie kämpfen, sie müssen ihre Charaktere lieben, und sie müssen ihre Geschichten lieben.

Wenn diese drei Voraussetzungen vorhanden sind, kann unter dem richtigen Einfluss der Wandel vom Leser zum Autor geschehen.

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