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Lyrikline.org verdient eine genauere Betrachtung. Das Anliegen der Seite ist ambitioniert, denn die Ziele des Welttags der Poesie sollen alle berücksichtigt werden. Das zeigt sich unter anderem am Aufbau der Seite. Hier geht es nicht um das Feiern des Standardkanons klassischer Autoren, vielmehr sollen auch zeitgenössische Autoren aus aller Welt zu Wort kommen. Zur Völkerverständigung tragen die Übersetzungen bei.
Für jeden Autor gibt es eine Seite, auf der neben einer Kurzbiografie und einer Liste der Veröffentlichungen alle auf Lyrikline.org aufgenommenen Gedichte und deren Übersetzungen aufgeführt sind. Zu jedem Gedicht gibt es eine Hördatei und Informationen zum Copyright.
Nach Gedichten kann nach den Kategorien Sprache (derzeit 74), Übersetzungen, Formen und Begriffe, Genre und Eigenschaften, sowie Themen gesucht werden.
Zu der Seite gibt es einen Blog, der leider schlecht gepflegt ist. Eine Suchfunktion fehlt, dafür gibt es eine Schlagwortwolke und ein Monatsarchiv, das bis 2009 zurückgeht. Dahinter verstecken sich Posts über die Poesie aus Ländern, über die man hier wenig hört, etwa Burundi oder Malaysia.
Obwohl der Blog einen vernachlässigten Eindruck erweckt und auch einige Links auf Lyrikline.org selbst nicht funktionieren bietet dieses Projekt einen einzigartigen Zugang zu internationaler Lyrik.