By | 16. August 2018

Inspiration

Während des Urlaubs finden Menschen mehr Zeit für Träume und das Pläneschmieden. So manchem kommt in diesen Ruhestunden die Idee, endlich das Buch zu schreiben, das so lange schon in ihm schlummert. An die Idee schließt sich die Frage an: „Wie finde ich Inspiration?“

Was bedeutet eigentlich „Inspiration“?

Das Wort Inspiration kommt aus dem Lateinischen. Dahinter steht die Vorstellung, dass eine überirdische Kraft (oft eine Gottheit) die Idee oder den Gedanken in den Menschen atmet oder haucht. Menschen können demnach nicht aus sich heraus große Werke schaffen oder neue Gedanken formulieren. Viele Synonyme, also Wörter mit ähnlicher Bedeutung, greifen diese Vorstellung auf, etwa Eingebung, Erleuchtung, Offenbarung.

Wenn die Inspiration oder Eingebung von außen in den Menschen kommt, wenn noch dazu eine göttliche Kraft dahinter steht, heißt das auch, dass Menschen sich eine Inspiration bestellen können. Sie müssen entweder auf den Zufall hoffen oder sich innerlich und auch durch ihren Lebenswandel darauf vorbereiten, im Falle des Falles empfänglich für eine Eingebung zu sein.

Die Vorstellung der Vorbereitung auf eine eventuelle Eingebung hat sich in unseren Zeiten zu einer Suche nach Kursen, Schulungen und Workshops weiterentwickelt. Es ist heute möglich, auf der Suche nach Inspiration eine Menge Geld auszugeben.

Inspiration kommt von außen – Außen ist die ganze Welt!

Auf der Suche nach Ideen für diesen Blogpost bin ich auf zwei sehr unterschiedliche Autoren gestoßen, die, jeder auf ihre Weise, dem Geschäft mit der Insprations-Suche eine Absage erteilen. Porter Anderson schrieb 2011 im Blog von Jane Friedman:

Good work is its own inspiration. Imagine greater, all by yourself.

(Gute Arbeit ist ihre eigene Inspiration. Stell dir Größeres vor, du allein.)

Erich Kästner (1899 – 1974) wird das Zitat zugeschrieben:

Du brauchst mehr Träume, als andere Menschen zerstören können.

Der schreibende Mensch allein findet seine Ideen und denkt sie größer, stärker, schöner. Die Frage bleibt trotzdem, wo diese Ideen herkommen. Ich erkläre mir das Entstehen meiner Ideen in einem Wechselspiel aus Eindrücken von außen und einer Art Fermentation dieser Eindrücke in meinem Inneren. Die Vorbereitung auf die Inspiration ist Aufmerksamkeit für die Welt: geschärfte Sinne, unstillbare Neugier, und die Taktlosigkeit, Augen und Ohren nie zu verschließen. Die Fermentation ist ein stiller Prozess, den wir nicht bewusst steuern können. Für die Umwandlung von Eindrücken in Ideen benötigen wir Zeit, Ruhe und das Hinnehmen von Phasen der Langeweile.

Wer Bilder benötigt, um sich diesen Prozess zu verdeutlichen, findet bei Wiki-How schöne Anregungen, wie man jeden Tag seinen normalen Verrichtungen folgen und gleichzeitig Eindrücke sammeln kann.

Kommentar verfassen