Perspektivwechsel – Ein Sommer voller Schreibanlässe


Perspektivwechsel

Im richtigen Leben sind Perspektivwechsel schwierig. Doch als Autoren haben wir das Privileg, in die Köpfe mehrerer oder aller an einer Szene beteiligten Personen werfen zu können. Wir müssen es nur wollen. Oft genug wollen wir es nicht, denn wir versteifen uns auf die Perspektive einer Person und betrachten alle Ereignisse in unserem Roman durch ihre Augen.

Dagegen ist nichts zu sagen. Doch manchmal wissen wir nicht mehr weiter, unsere Geschichte scheint festgefahren. Dann hilft es manchmal, die Ereignisse aus dem Blickwinkel einer anderen beteiligten Person zu analysieren. Sogar ein Perspektivwechsel zu einer außenstehenden Person kann uns weiterhelfen.

Hierbei geht es nicht darum, mehrere Perspektiven in den Roman einzuflechten. Stattdessen soll eine Art Supervision stattfinden, nur eben mittels eines Blicks in einen anderen Kopf.

Probieren Sie es einmal aus:

  1. Betrachten Sie das Foto oben. Wen sehen Sie? Wo befinden sich die Personen? Warum beobachten Sie sie? Wo befinden Sie sich? Was erwarten Sie, dort unten zu sehen? Was befürchten Sie? Werden Sie einschreiten? Oder werden Sie nur beobachten? Wie handeln Sie, wenn dort ein Verbrechen geschieht?
  2. Wählen Sie eine der Personen auf dem Foto oben. Wo befindet sich die Person? Wer ist sie? Kennt sie die anderen Personen? Was tut sie und warum? Wie fühlt sie sich dabei? Ist dieser Person bewusst, dass sie beobachtet werden könnte? Ahnt sie, dass Sie sie beobachten?Perspektivwechsel
  3. Stellen Sie sich vor, Sie sind von einem der Ränge in Foto 2 hinuntergestiegen und blicken nun zu Ihren Freunden hoch. Was erwarten Sie? Finden Sie Ihre Freunde oder sind die verschwunden? Was tun sie? Haben Sie erwartet, dass sie das tun? Sind Sie überrascht oder schockiert? Sind Sie besorgt? Können Sie einschreiten? Wollen Sie einschreiten? Was hat sich geändert seit Ihrer Beobachtung?
  4. Stellen Sie sich vor, Sie wären eines der Pferde, die an der Decke hängen. Was haben Sie den ganzen Tag beobachtet? Empfinden Sie Mitleid mit den Menschen? Beneiden Sie sie? Was würden Sie tun, könnten Sie festen Boden unter die Füße bekommen?

 

 

 

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