Wie schreibe ich eigentlich ein Buch?

Wie schreibe ich

In jedem Menschen steckt ein Buch, heißt es. Das bedeutet aber auch, dass in jedem Menschen die Frage gärt Wie schreibe ich ein Buch? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Angesichts der Menge an Schreibratgebern halte ich es für das Wichtigste, dass angehende Autor*innen die Dreistigkeit haben, ihren eigenen Weg zu gehen.

Was ist der größte Fehler?

Der größte Fehler ist, nicht zu schreiben. Wer es nicht versucht, erfährt nie, ob es gelingen könnte. Gleich dahinter folgt der Fehler zu versuchen, alle Schreibratschläge sofort umzusetzen. Den eigenen Weg finden wir nur durch unsere Versuche, Ideen umzusetzen. Irrwege, aus denen wir selbst herausfinden, helfen uns zu lernen. Ein Buch ist kein Dschungel, in dem wir uns verirren und umkommen könnten. Wenn etwas nicht funktioniert oder wenn uns etwas nicht gefällt, streichen wir es und versuchen es noch einmal.

Unsere Fehler gehören uns, besonders die bei den ersten Schreibversuchen!

Wie schreibe ich eine ganze Geschichte?

Wer noch nie ein Buch geschrieben hat, versteht ein Buch als das fertige Produkt im Geschäft. So ein Buch ist noch nie geschrieben worden. Die erste Schwierigkeit besteht im Durchhalten. Es gibt keine Zeitvorgaben. Vielleicht benötigen einige Autor*innen einen Monat für einen ersten Entwurf, andere brauchen drei Monate, wieder andere brauchen viele Monate oder Jahre. Ich glaube nicht, dass ein erstes Buch akribisch geplant werden kann. Der Versuch würde die Kreativität abwürgen.

Der erste Schritt ist das Identifizieren von einer oder mehrerer Ideen. Das kann ein Charakter sein oder ein Ereignis, vielleicht auch nur eine Stimmung oder ein Geräusch. Um diese erste Idee sammeln sich andere Ideen. Meistens geschieht das wie von selbst, wobei das wie ein Hinweis ist, dass an dieser Stelle Planen einsetzt. Aber so vorsichtig, dass es kaum wahrnehmbar ist.

Dann könnte das Schreiben beginnen. Die Erkenntnis, dass es normal ist, wenn am Anfang der Text holprig und die Charaktere schemenhaft sind, folgt später. Manchen Autor*innen fällt es lange schwer, das zu akzeptieren. Nach dem ersten Hoch, dass man wirklich schreibt, folgt schnell ein Tief. Die Qualität des Geschriebenen entspricht nicht den Büchern im Geschäft. Das kann sie in dem Stadium nicht, aber in einem späteren. In späteren Stadien kann ich meine speziellen Probleme in einem Schreibratgeber suchen und versuchen, die vorgeschlagenen Lösungen umzusetzen. Und in noch späteren Stadien kann ich mir Gedanken über die Sprache machen. Es gibt keine druckreife erste Version, und ich werde nicht die erste Person sein, die so etwas produziert. Bücher entstehen durch viele einzelne Arbeitsschritte, die perfekt miteinander verwoben sind, sodass sie wie ein perfektes Ganzes erscheinen.

Woran sollte ich immer denken?

Schreiben ist eine Reise durch unerforschtes Gelände. Es kann nach jedem Satz zu einer Überraschung kommen. Das sollten wir hinnehmen und das nächste unverhoffte Problem einfach mit Neugier begrüßen. Wenn wir es versuchen, finden wir immer eine Lösung für den ersten Entwurf. Vielleicht ist es die drittbeste Lösung, aber später ist immer noch Zeit, nach der zweitbesten und der besten Lösung zu suchen.

Das ist das Privileg des ersten Schreibversuchs: Es gibt keinen Zeitdruck. Niemand erwartet etwas von uns. Wir haben alle Zeit der Welt und sollten sie uns gönnen.

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