Gebannte Bücher und die Meinungsfreiheit

In der letzten Septemberwoche findet in den USA die Banned Books Week statt, die Woche der gebannten Bücher. Die Sponsoren, darunter die Vereinigung amerikanischer Bibliotheken, weisen darauf hin, dass jedes Jahr Bibliotheken aufgefordert werden, einzelne Bücher aus dem Bestand zu nehmen. Sie sehen darin eine Einschränkung des Rechts auf Meinungsfreiheit, und daraus abgeleitet das Recht, sich eine eigene Meinung zu bilden. Erfahrungsgemäß folgen die Verantwortlichen in zehn Prozent der Fälle den Forderungen. 2016 waren es bei einzelnen Büchern jedoch fünfzig Prozent.

In der diesjährigen TopTen der gebannten Bücher finden sich hauptsächlich Bücher für Kinder und Jugendliche, die Themen wie Transgender und schwule oder lesbische Liebe behandeln. Neben der Thematik wird, und das in beinahe allen beanstandeten Büchern, die Sprache als Kriterium genannt. Ohne die Bücher zu kennen, lässt sich nichts über den Vorwurf der Anstoß erregenden Sprache sagen. Doch es fällt auf, dass die Sexualität junger Menschen im Fokus der Antragsteller steht.

Bücher sind wehrlos, Menschen müssen sie schützen. Es gibt eine traurige Tradition der Verbrennung anstößiger Bücher, an der Deutschland einen großen Anteil trägt. Die Medien melden Zensur aus Diktaturen. Die Bannes Books Week in den USA wirft die Frage auf, wie viele Anträge auf das Entfernen von Büchern aus deutschen Bibliotheken gestellt werden und welche Bücher betroffen sind.

Auf YouTube finden Sie das aktuelle Video der Banned Book Week, in dem (auf Englisch) die TopTen der gebannten Bücher vorgestellt wird.

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