Charaktere auf Trab bringen

auf Trab

Damit die Leser*innen ein Buch nicht gelangweilt aus der Hand legen, muss in dem Buch etwas passieren. Eine Möglichkeit, die Handlung voranzubringen, sind aktive Charaktere. Damit sie auch aktiv erscheinen, müssen wir sie sprachlich auf Trab bringen. Dabei helfen die Verben.

Wie bringen Verben müde Charaktere auf Trab?

Laut dem DWDS, dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, ist auf Trab bringen Umgangssprache und bedeutet so viel wie jemanden antreiben oder anregen, jemanden zu schnellerem Handeln veranlassen.

Gleichgültig, was wir unsere Charaktere unternehmen lassen, wir können durch die Wahl der Verben das Tempo einer Szene beeinflussen. Ein Lieferwagen kann in der Wohnstraße schnell fahren oder rasen, er kann gegen ein geparktes Auto fahren oder es rammen. Der Besitzer des Autos kann dem Lieferwagen Schimpfwörter hinterherrufen oder fluchen, die Fahrerin des Lieferwagens kann dem Autobesitzer eine Beleidigung zurufen oder ihn verhöhnen.

Die Wahl der Verben ist zugleich eine Charakterisierung der Personen, die es erlaubt, der reinen Beschreibung weniger Raum zu geben.

 Die Sinne ansprechen

Nicht nur die Charaktere können auf Trab gebracht werden, auch die Leser*innen werden durch die passenden Verben stärker in die Handlung gezogen. Traurig aussehen, sich müde fühlen, wütend klingen sind zurückhaltende Beschreibungen. Manchmal passen sie, beispielsweise in wörtlicher Rede. Du siehst traurig aus, klingt vertrauter und beruhigender als Du zerfließt vor Tränen. In einer beschreibenden Szene weckt Sie hatte Liebeskummer und ließ das ihre Familie spüren weniger Emotionen bei den Leser*innen als Sie klagte laut über seine Abwesenheit und seufzte herzzerreißend, bemühte sich nie, ihre Tränen zurückzuhalten, wenn die Rede auf ihn kam, und schrie jedem, der den Versuch wagte, sie zu trösten, ins Gesicht, dass niemand ihren Kummer stillen könne.

Haare flattern im Wind, Wellen schlagen gegen die Uferbefestigung, Rauch würgt den Atem ab, Tränen brennen in den Augen, der Hund geifert und das zu scharf gewürzte Essen lässt den Restaurantbesucher hechelnd über dem Teller sitzen.

Nicht jeder Satz darf so starke Verben haben, sonst fühlen sich die Leser*innen wie der Restaurantbesucher in dem letzten Beispiel. Aber da, wo die Handlung beschleunigt und die Leser*innen mitgerissen werden sollen, ist ein Blick in den Thesaurus (Wörterbuch der alternativen Formulierungen) erlaubt.

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