Was bringt es, jeden Tag zu schreiben?

jeden Tag

Jeden Tag zu schreiben, lautet eine Empfehlung, die man oft hört und liest. Es ist oft auch der Wunsch Schreibender, schließlich können sie nur schreibend zu Schreibenden werden. Doch in der Realität ist tägliches Schreiben für viele gar nicht umsetzbar. Wie können wir den hohen Ansprüchen an uns gerecht werden und trotzdem auch noch unseren nicht-kreativen Alltag leben?

Jeden Tag schreiben — Zwang oder Notwendigkeit?

An jedem Tag schreiben, das klingt wie ein Traum, den nur wenige von uns verwirklichen können. Der Traum kann auch zum Alptraum werden, wenn wir das tägliche Schreiben als Verpflichtung verstehen. Mit dieser Einstellung ist jeder Tag ohne Schreiben ein verlorener Tag, eine Schuld, die wir kaum mindern können. Wenn ein Tag, der nicht wenigstens eine halbe Stunde Schrieben beinhaltet, als verloren gilt, macht das schlechte Gewissen Schreiben zur Pflicht. Es ist nicht mehr die Freude und die Ausflucht in die Fantasie, die es sein sollte.

Tägliches Schreiben ist selbstverständlich auch eine Übung in Disziplin. Jedoch sollte uns immer bewusst sein, dass es nicht immer möglich ist zu schreiben. Eine feste Schreibzeit ist wunderbar, passt aber nicht in jedes Leben.

Schreiben ist für viele mehr als eine Pflicht. Sie würden gerne mehr Zeit mit dem Schreiben zubringen. Schreibend erkunden und verstehen sie die Welt. Mit Schreiben empfinden sie die Freiheit, die der Alltag nicht zulässt.

Die vielen Abstufungen von Schreiben

Damit Schreiben der Ausbruch aus der unkreativen Welt bleiben kann, darf es nicht in ein festes Raster gepresst werden. Regelmäßiges Schreiben ist ebenso gut, vielleicht sogar besser, wenn durch einen flexiblen Umgang mit der Schreibzeit der Druck genommen wird.

Außerdem ist Schreiben nicht zwangsläufig das Aneinanderreihen von Wörtern und Sätzen. Schreiben kann das Planen einer Geschichte sein, das Ausgestalten von Szenen vor dem inneren Auge, das Erstellen eines Charakters, das Lesen und Sammeln von Informationen, die dem Schreiben zugrunde liegen. Solche Tätigkeiten lassen sich manchmal leichter in einen vollen Tagesplan einpflegen.

Es ist das Recht und die Pflicht jeder Autorin und jeden Autors für sich einen Schreibplan zu entwickeln, der in das eigene Leben passt. Nur so können den kreativen und den unkreativen Teilen des Lebens Rechnung getragen werden.

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