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Fotoapparat? — Ich schreibe doch

Fotoapparat

Wir alle wissen, dass wir zum Schreiben Ideen brauchen und dass Ideen äußerst flüchtig sein können. Aus diesem Grunde tragen wir Notizbücher mit uns herum. Warum nicht auch einen Fotoapparat? Auch damit können wir Ideen festhalten, aber anders als mit dem Notizbuch.

Fotografieren und notieren — Was unterscheidet die Methoden des Festhaltens?

Aufschreiben kostet Zeit. Egal ob wir in ein Notizbuch kritzeln oder in eine Notiz-App tippen, wir benötigen Zeit, um die Worte zu schreiben. Während des Schreibens sind wir bereits dabei, unsere Eindrücke zu verarbeiten. Das, was wir aufschreiben, ist nicht mehr das spontane Gefühle oder die unverfälschte Idee. Alles ist bereits grob eingeordnet und durch die Wortwahl in eine bestimmte Richtung gewendet.

Wenn wir möglichst nah am ersten Gefühl bleiben wollen, können wir eine Sprachnachricht aufzeichnen. Auch hier wählen wir Wörter, um Ideen und Empfindungen auszudrücken. Aber sprechen benötigt weniger Zeit, daher ist die Verarbeitung nicht so intensiv wie beim Aufschreiben. Allerdings bietet es sich nicht immer an, in der Öffentlichkeit ins Telefon zu sprechen.

Einen Fotoapparat möchten nicht alle mit sich herumtragen, ein Smartphone mit Kamera-App haben die meisten in der Tasche. Fotos sind schnell gemacht, und in Zeiten, in denen es normal ist, ein Telefon in der Hand zu halten, fällt es kaum auf, wenn wir fotografieren. Allerdings sind Fotografien ist nicht für jeden Menschen das beste Medium, um Ideen festzuhalten. Manche stören sich daran, dass ein Foto nicht das wiedergibt, was sie gesehen haben. Nicht jedes selbst aufgenommene Bild ist so stimmungsvoll wie die Bilder, die man in Bilddatenbanken zum Herunterladen findet. Für Menschen mit einem visuellen Denken sind Bilder jedoch anregend.

Fotoapparat für Erinnerung und Dokumentation

Wahrscheinlich ist es naiv zu glauben, dass unsere Schnappschüsse mit dem Smartphone die Qualität eines professionellen Fotos erreichen können. Aber ein Fotoapparat oder eine Kamera-App erlaubt es, spontan zu fotografieren, was auffällt, was neu ist, was überrascht. Die so entstehende Sammlung von Eindrücken ist persönlich und spiegelt die verschiedenen Zwecke der Ideensammlung wider. Ein Bild oder eine Bilderserie kann praktische Informationen enthalten, etwa wie eine Unfallstelle abgesichert wird, wie ein Gerüst an einem Haus steht und welche Wege zu Fenstern oder dem Dach mit einem Gerüst möglich werden. Fotos können auch Veränderungen vom Gewohnten festhalten, beispielsweise ein abgeklebtes Schaufenster, das Schild eines Makler-Büros in einem Vorgarten oder ein Willkommens-Schild an einem neu bezogenen Haus.

Fotos können Geschichten anregen, entweder weil wir den Hintergrund kennen oder weil den Hintergrund nicht kennen und uns das Bild erklären müssen. Neben dem Notizbuch ist die Foto-App deshalb ein Werkzeug, mit dem sich Ideen sammeln lassen.

 

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