Angst – Der Feind im Kopf

 Die Anregung zu diesem Blogpost kommt von Jane Friedman. Am 02.05.2012 stellte sie zwei Bücher vor, die zum Curriculum ihrer Studenten an der University of Cincinnatti gehören. Eines davon, Uncertainty von Jonathan Fields, beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie Menschen mit Unsicherheit und Risiken umgehen und wie sie mit diesen beiden Faktoren umgehen sollten.

Im Blogpost vom 07.05.2012 reflektiert Friedmans Studentin Emily Latham über ihre Selbsterkenntnis beim Lesen von Uncertainty.

Latham beschreibt sehr offen ihre beiden Strategien im Umgang mit der Unsicherheit (uncertainty), die sie in Fields Buch wiedererkannte.

  1. Für jede Unternehmung nur den minimalen Einsatz bringen – Damit kann sie Misserfolg immer auf ihren geringen Einsatz zurückführen, nicht darauf, dass sie einer Aufgabe nicht gewachsen war.
  2. Niemandem von einer Unternehmung erzählen, bis ein Erfolg vorzuweisen ist – Wenn niemand weiß, dass sie etwas ausprobiert, erfährt auch niemand von ihrem Versagen.

Wie Latham selbst sagt, sind dies unprofitable Strategien. Wer sie anwendet, steht sich selbst im Weg.

Die Kommentare zu diesem Post waren sehr interessant zu lesen. Lathams Post, und damit Jonathan Fields Buch, treffen einen Nerv bei vielen Lesern. Wer mit sich ehrlich ist, weiß um seine Angst vor dem Unbekannten und der damit verbundenen Unsicherheit.

Auch Autoren sollten sich mit ihrem Umgang mit der eigenen Unsicherheit auseinandersetzen. Nicht nur weil sich durch eine Analyse des eigenen Verhaltens erweiterte Möglichkeiten in der Ausgestaltung von Charakteren in Texten ergeben – gerade Autoren begeben sich mit jedem neuen Buch auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Buch Agenten und Verlagen anzubieten, ein Buch selbst zu veröffentlichen und anschließend bei Rezensenten und auf sozialen Plattformen dafür zu werben, alles das bringt Unabwägbares mit sich. Kritik und geringe Verkaufszahlen sind die größten Ängste.

Warum sich verletzender Kritik aussetzen? Warum das Manuskript nicht in der Schublade lassen?

Warum verschweigen, dass großartige Ideen von atmberaubenden Abenteuern Tag und Nacht zwischen den Alltagsgedanken hindurch schreien?

Die deutsche Sprache kennt zahlreiche Sprichwörter zu diesem Thema:

  • Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
  • Den Stier bei den Hörnern packen.

Wir Autoren sollten das tun. Jeden Tag, mit jedem Text, in jedem Medium.

Wie gehen Sie mit Ihrer Unsichheit um? Kennen Sie profitable Strategien? Welche anderen Sprichwörter zu diesem Thema fallen Ihnen ein?

Kommentar verfassen

Related Post

Nicht-Autoren: Vorstellung vom SchreibenNicht-Autoren: Vorstellung vom Schreiben

Nicht-Autoren haben manchmal Vorstellungen über das Autorenleben, die wenig oder nichts mit der Realität zu tun haben. Das ist an sich nicht schlimm, denn wir alle hegen unzutreffende Vorstellungen über Berufe, die wir nicht ausüben. Das schlägt sich gelegentlich in den Berufen, die unsere Charaktere ausüben, nieder. Problematisch wird es

Pop-Up-Bücher aus PapierPop-Up-Bücher aus Papier

Kinder, und auch Erwachsene, sind von Pop-up-Büchern fasziniert. Zu gerne würden viele von uns so ein lebendig erscheinendes Buch selbst herstellen, schließlich preisen sogar Werbemittelhersteller ihre Pop-up-Büchlein an. Es gibt im Handel zahlreiche Bastelbücher zu dem Thema, und auch in Unterrichtsvorschlägen für Lehrer findet man Ideen, wie mit dem Basteln

Kreatives Schreiben: Schreibanlass AngstKreatives Schreiben: Schreibanlass Angst

Angst kann viele Gesichter haben. Manchmal hat sie kein Gesicht. Oft fehlen die Worte, sie zu beschreiben. Doch genau dies ist die Aufgabe von Autoren: Sie müssen die Angst beschreiben – für sich und für ihre Leser. Nur das, was einen Namen hat, können wir bannen. Das Märchen Rumpelstilzchen zeigt

%d Bloggern gefällt das: