Self-publishing (3): erste Studie von Taleist veröffentlicht – Kein Goldrausch

Andy Cornford
Andy Cornford

 Dies ist der dritte Post über die am 24.05.2012 erschienene weltweit erste Studie zum Self-publishing „Not a Gold Rush“, durchgeführt  vom australischen Autorendienstleister Taleist.

Ich finde es wichtig, dass die Ergebnisse der Studie auch im deutschsprachigen Raum wahrgenommen werden. Daher werde ich die sechs Kapitel der Studie in einzelnen Posts näher beleuchten.

 

 

 

 

Andy Cornford

Kapitel 1  Kapitel 2 Kapitel 4 Kapitel 5 Kapitel 6

Wer die Studie selbst lesen möchte, kann sie bei amazon.de als Kindle-E-Book erwerben.

Für diejenigen, die ihre Argumentation ausschließlich auf Geschichten von Erfolg und Misserfolg stützen, gibt es hier differenzierte Informationen. Kapitel 3 von „Not a Gold Rush“ heißt ebenfalls kein Goldrausch.  Dazu gibt es ein Video mit andy Cornford von Taleist: http://www.youtube.com/embed/v-w7f39BB14

Meine Kommentare sind in dunkelbraun geschrieben! Meine Fragen an die Leser sind wie immer violett.

„Alte Hasen“ im Self-publishing

Laut der Studie von Taleist sind viele Autoren im Self-publishing schreiberfahren. 40% schreiben seit mehr als zehn Jahren, 60% schreiben seit mehr als fünf Jahren. Nur einer von zehn schreibt noch kein Jahr.

40% haben nach einem traditionellen Verlagsvertrag gesucht. Diese Gruppe ist durchschnittlich 43 Jahre alt und schreibt ernsthaft seit mehr als zehn Jahren.

31% hatte nie einen traditionellen Verlagsvertrag. Das Durchschnittsalter in dieser Gruppe beträgt 38 Jahre, die Autoren schreiben seit weniger als zehn Jahren. 61% dieser Gruppe haben 2011 ihr erstes Buch veröffentlicht.

Erfahrungen im Self-publishing

Von allen Teilnehmern haben 53% 2011 das erste Mal Bücher im Self-publishing veröffentlicht, 20% 2010. Weitere 20% haben bereits 2008 oder früher angefangen, ihre Bücher im Self-publishing herauszugeben.

Nur 3% wechselten vom Self-publishing zu einem traditionellen Verlag.

29% derjenigen, die 2011 das erste Mal im Self-publishing veröffentlichten, haben wenigstens ein Buch traditionell veröffentlicht.

Die entsprechenden Fragen wurden nur von einigen Autoren beantwortet. Steve Lewis und Andy Cornford generalisieren die vorhandenen Angaben wie folgt: Wer zuvor bei einem traditionellen Verlag unter Vertrag stand, verdiente im Self-publishing mehr. Diejenigen, die zu einem traditionellen Vertrag wechselten, verdienten in beiden Kategorien mehr.

Genre

Über die Ergebnisse der Studie zum Self-publishing hinsichtlich des Genres wurde teilweise schon an anderer Stelle publiziert.

80% der Autoren nannten fiktionale Texte als ihr Hauptgenre. Darunter waren 30% Fantasy, 23% Krimis/Thriller, 22% Liebesgeschichten, 18% Science Fiction.

Von den Autoren der Liebesgeschichten sind 98% weiblich, 73% davon schreiben seit mehr als fünf Jahren. 47% der Autoren dieses Genres war vorher nie bei einem traditionellen Verlag unter Vertrag. Das Einkommen dieser Gruppe ist 120% höher als bei den anderen Genres.

Einkommen

Nur 60% der Befragten machten Angaben zu ihrem Einkommen. Das Durchschnittseinkommen dieser Autoren war 10.000 USD (US-Dollar) im Self-publishing. Dieser Betrag wurde mehrfach bereits zitiert.

Die meisten Autoren verdienten 500 USD.

Unter dem Durchschnittseinkommen lagen die Genres Science Fiction (38%), Fantasy (32%) und Belletristik (20%).

Bei diesen Angaben muss berücksichtigt werden, dass sich das Einkommen oft auf erste Bücher bezieht, die 2011 veröffentlicht wurden (53%). Von daher ist die Aussagekraft begrenzt.

Das Geschlecht der Autoren scheint keine Rolle zu spielen, wohl aber ob ein Agent eingeschaltet wurde.

Steve Lewis und Andy Cornford fassen die Ergebnisse des dritten Kapitels wie folgt zusammen:

  • Die meisten Autoren im Self-publishing sind erfahren.
  • Eine kleine Anzahl verdient gut.
  • In Hinsicht auf kommerziellen Erfolg sieht es bei vielen nicht gut aus.
  • Die Genres Liebesgeschichten und Krimis/Thriller verkaufen sich am besten.

Treffen diese Ergebnisse Ihre Erwartungen? Warum verkauft sich Science Fiction im Self-publishing so viel schlechter?

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