TIN und EIN – US-amerikanische Steuernummern für Autoren

 Autoren, die bei Amazon KDP, Create Space, Smashwords und anderen US-amerikanischen Plattformen veröffentlichen, benötigen eine TIN oder eine EIN. Man wird immer wieder auf diese Notwendigkeit hingewiesen und sollte sich eine TIN oder EIN besorgen, wenn die Tantiemen in vollem Umfang ausgezahlt werden sollen.

In Deutschland muss das erwirtschaftete Geld selbstverständlich versteuert werden.

TIN und EIN

Amazon KDP, Create Space, Smashwords etc. sind US-amerikanische Unternehmen, die ihr Geld in den USA versteuern. Verkaufen deutsche Autoren und Kleinverlage über solche Plattformen, führen die automatisch einen Teil der Tantiemen an die amerikanische Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) ab. Unternehmen wie Kobo tun dies nicht, allerdings ist Kobo kanadisch.

Wer das einbehaltene Geld zurückfordern möchte, kann eine Steuererklärung bei der IRS abgeben. Dies ist jedoch nicht notwendig, da zwischen den USA und Deutschland ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung besteht. Man kann also verhindern, dass das Geld an die IRS abgeführt wird. In Deutschland zahlt man dann Steuern für das gesamte Einkommen.

Autoren, die keine US-Staatsbürger sind und in Deutschland leben, können eine Steuernummer für Privatpersonen TIN (Tax Identification Number) beantragen.

Firmen, etwa Kleinverlage mit Sitz in Deutschland, die in den USA Geld erwirtschaften, beantragen eine Steuernummer für Arbeitgeber EIN (Employer Identification Number).

Das große Hin und Her

Eine Übersicht mit Links zu den notwendigen Formularen findet sich bei KDP. Diese Informationen sind allerdings unübersichtlich und führen zum Internal Revenue Service IRS, sind also auf Englisch, Behördenenglisch zumal.

Folgt man britischen und kanadischen Blogs, stellt man schnell fest, dass TIN und EIN für alle Autoren ein Problem sind, dem sie sich ungern stellen. Selbst englische Muttersprachler schrecken vor dem Antrag zurück, was natürlich für Deutschsprechende nur ein Trost, aber keine Ausrede ist.

Generell scheint die Beantragung einer TIN für Privatpersonen kompliziert zu sein. Dies gibt auch die US-Botschaft in Frankfurt zu, bei der keine TIN oder EIN beantragt werden kann. Es existieren Agenturen, die den Antrag gegen Honorar (natürlich) übernehmen.

Der Antrag einer EIN für Firmen ist dagegen relativ einfach und kann sogar telefonisch erledigt werden, wenn die Kosten für ein Telefonat in die USA weniger wiegen als die Zeitersparnis.

EIN auf dem Postweg

Nachdem man mir in der Frankfurter US-Botschaft sagte, dass dort keine Anträge auf TIN und EIN gestellt werden können, habe ich per Fax eine EIN beantragt. Bis ich die EIN per Brief erhielt, vergingen fünf Wochen. Anscheinend ist das eine übliche Zeit, berücksichtigt man den Postweg

Nächste Woche erscheint hier ein Post über meine Erfahrungen mit der Beantragung einer EIN, natürlich mit Links zu allen Formularen und Tipps für das Ausfüllen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der IRS? Haben Sie vielleicht eine TIN beantragt und möchten darüber berichten?

 

3 Gedanken zu „TIN und EIN – US-amerikanische Steuernummern für Autoren

  1. Ich verstehe leider gar nichts mehr…. 🙁
    Vom deutschen Finanzamt habe ich doch eine TIN. Brauche ich von Amiland nochmal eine? Und falls nicht: ist meine deutsche TIN gleichbedeutend mit der iTIN nach der bei Amazon kdp in der Steuerinfo gefragt wird? Hilfe…..

      1. Hallo Andrea,

        ja, leider musst du dir eine US-Steuernummer zulegen. Wichtig ist zu überlegen, welche für dich geeignet ist. Die meisten Autoren können eine EIN beantragen. Das geht relativ leicht und normalerweise problemlos. ITINs werden von der IRS ungern vergeben, deshalb ist wahrscheinlich der Aufwand für Antragsteller so hoch. Falls du es noch nicht getan hast, lies dir auch http://wp.me/p2n4vV-h2 (EIN – amerikanische Steuernummer beantragen) durch.

        Viele Grüße

        Martina

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