By | 21. Juni 2018

So exotisch wir die Handlungsorte unserer Geschichten wählen mögen –  damit unsere Leser eine Chance haben, die neue Welt zu verstehen, müssen sie darin etwas finden, was sie kennen. Dafür bieten sich viele Bereiche an: die Welt und die Regeln der Physik, die Kultur und das gesellschaftliche Zusammenleben, die Gefühle der Menschen und ihre Ausdrucksformen.

Leser nähern sich dieser Welt an, weil sie dem Autor vertrauen. Andernfalls könnten sie sich auf gar kein Buch einlassen, denn jedes Buch bildet die Welt um uns in einer vom Autor abgewandelten Form ab. Leser erwarten eine Welt, deren Regeln sie nachvollziehen können. Können sie das nicht, gelingt es ihnen nicht, sich auf die Handlung konzentrieren. Dann spielt es keine Rolle mehr, was die Charaktere erleben und unternehmen, weil die Aufmerksamkeit der Leser auf scheinbar Nebensächliches gerichtet bleibt.

Autoren sind daher in der Situation, dass sie sich nicht nur Gedanken über die Charaktere und die Handlung machen müssen, sondern auch entscheiden müssen, wie sie die von unserer Welt abweichenden Aspekte der Welt den Lesern vermitteln, ohne lange Erklärungen zu verfassen. Diese Einführung in die neue Welt sollte möglichst früh und zugleich unauffällig geschehen. Was in der erfundenen Welt selbstverständlich ist, nehmen Leser leichter an, wenn sie es als Selbstverständlichkeit vorgeführt bekommen. Damit bekommt der Rahmen der Handlung, der Alltag in der erfundenen Welt, eine besondere Bedeutung.

Wie die Welt und ihre Zusammenhänge ausgestaltet wird, obliegt allein dem Autor.

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