By | 5. September 2019

Mindset

Manche Autor*innen schreiben gerne Dialoge, manche vermeiden es. Ein Grund dafür ist, dass wir für Dialoge anders schreiben müssen als für Prosa, wir benötigen ein anderes Mindset für Dialoge. Was bedeutet das? In erzählenden Textpassagen und in Beschreibungen entscheiden wir uns für eine Stimme und halten daran fest. In Dialogen müssen wir uns jedoch in die Köpfe der Sprechenden begeben und deren Sprachstil, Rhythmus und Denkweise übernehmen. Das ist nicht immer einfach.

Mindset für Autoren – Wem nutzt ein Dialog und warum?

Wenn Sie zu den Autor*innen gehören, die ungern Dialoge schreiben, sollten Sie bedenken, dass Leser*innen von Dialogen der zwischen den Charakteren profitieren.

Dialoge geben Leser*innen einen direkten Einblick in das Denken und Handeln eines Charakters. Vielleicht haben Sie vorher schon erwähnt, dass ein Charakter ein direkter Mensch ist. Im Dialog können Leser erleben, wie sich diese Direktheit auswirkt. Vielleicht erscheint ein Charakter als nicht besonders glaubwürdig. In einem Dialog können Sie darstellen, wie wenig glaubwürdig dieser Charakter tatsächlich ist. Oder Sie nähren den Zweifel weiter und lassen den Charakter glaubwürdige wie unglaubwürdige Behauptungen aufstellen.

Diese Notwendigkeit, entweder das Innere eines Charakters zu entblößen oder zu verschleiern, stört vielleicht diejenigen Autor*innen, die Dialoge vermeiden. Wenn Sie dazu gehören, benötigen Sie ein anderes Mindset. Nehmen Sie sich einfach mal die Zeit und schreiben außerhalb des Manuskripts einen Dialog mit Ihren Charakteren. Lassen Sie die Charaktere reden wie in einem Film. Vielleicht gefällt Ihnen das Ergebnis als Rohentwurf.

Mindset für Autoren – Wann passt ein Dialog?

Dialoge passen grundsätzlich immer da, wo Charaktere aufeinandertreffen. Im Dialog können Sie Hintergrundinformationen platzieren, die einen erzählenden Textteil überfrachten würden. Besonders effektiv können Sie die Beziehungsebene zwischen den Charakteren in Dialogszenen herausarbeiten. Einen lesenswerten Artikel zu diesem Thema hat Annika Bühnemann geschrieben.

Grundsätzlich sollten Sie beachten, dass Dialoge das Tempo eines Textes reduzieren können. Auch die Länge der Dialoge kann ein Problem werden. Dialogszenen in einem Buch sind keine echten Gespräche. Deshalb sollten Sie sie immer besonders kritisch überarbeiten und dabei besonders eines machen: streichen.

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