Buchanfänge, die zu vermeiden sind

Buchanfänge

Es gibt keine falschen Buchanfänge, aber solche, die zu vermeiden sind, wenn die/der Autor*in nicht genau weiß, was sie/er tut und erreichen will. Nicht ohne Grund gehören die ersten Seiten eines Buchs zu den am meisten überarbeiteten Passagen. Es lohnt sich, früh zu überprüfen, ob auf diesen Seiten Probleme auftreten, damit bei einer späteren Korrektur weniger Arbeit anfällt.

Problematische Buchanfänge – Was haben Leser*innen davon?

Das Problem bei problematischen Buchanfängen ist nicht, dass sie sich grundsätzlich nicht eignen, Leser*innen in eine Handlung zu locken. Vielmehr enthalten derartige Anfänge aufgrund ihrer Thematik Informationen, die Leser*innen noch nicht oder gar nicht benötigen. Oder sie halten gerade diese Informationen zurück, sodass sie Leser*innen sich mit Fragen herumplagen, statt begierig weiterzulesen.

Es ist natürlich nie möglich, sämtliche Leser*innen von einem Buchanfang zu überzeugen, aber eine ungeplante Verwirrung der Leser*innen schadet einem Buch.

Problematische Buchanfänge – eine Liste

  1. Aufwachen – Es gibt einige klassische Anfänge, vor denen viele Schreibratgeber warnen, und das Aufwachen am frühen Morgen oder nach einem langen Schlaf gehört dazu. Problematisch sind die Beschreibungen der sich an das Aufwachen anschließenden Routinen. Die enthalten selten Informationen, die für die weitere Handlung wichtig sind. Sollte der Tag, der mit der Aufwachszene beginnt, bedeutsam sein, ist es wahrscheinlich besser, das Buch an einer entscheidenden Stelle an diesem Tag beginnen zu lassen. Auch Gedanken über das Leben, Charaktere, die eine Rolle spielen werden, oder Hintergrundinformationen sind selten spannend für Leser*innen.
  2. Übergangsphasen wie Reisen – Auf Reisen passiert die meiste Zeit nichts, dabei besteht kein grundsätzlicher Unterschied zwischen der Fahrt zur Arbeit, der Reise in den Urlaub oder dem Trip quer über ein Meer, einen Kontinent oder durch das Weltall. Die Zeit, in der ein Charakter durch die Reise gewissermaßen aus dem Alltag gehoben ist, lässt sich durch Blicke aus dem Fenster oder Nachdenken überbrücken. Vielleicht passiert dabei etwas, das Bedeutung für die Handlung hat. Dieses Ereignis verdient es natürlich, erwähnt zu werden, das inhaltslose Warten im Übergang jedoch langweilt Leser*innen zu Tode. (Und hoffentlich brechen sie vor dem Eintreten dieses Ereignisses die Lektüre ab.)
  3. Krisen ohne Kontext – Krisen berühren das Problem des Nichtgeschehens von der anderen Seite. In einer Krise passiert sehr viel und oft erlebt es ein Charakter sehr intensiv. Leser*innen bringen so einem Charakter durchaus Interesse entgegen, doch oft werden viele ihrer Fragen nicht beantwortet. Das kann beim Namen des Charakters beginnen und geht über Unklarheiten hinsichtlich Ort, Zeit und Gründe für die Krise weiter.
  4. Träume – Träume sind ein altes Mittel, Ereignisse und Gefühle darzustellen. Prophetische Träume finden sich schon in der Bibel. Sie zeigen eine Krisensituation, die nach dem Aufwachen erst analysiert werden muss. Ebenso oft finden sich Wunschträume, in denen ein Charakter etwas erlebt, das er sich wünscht oder das er vermisst. Träume können Leser*innen fesseln, doch es ist schwer, sie ein weiteres Mal effektiv zu schreiben.

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