Beschreibungen – Was ist wichtig?

Beschreibungen

Beschreibungen haben einen schlechten Ruf, weil sie angeblich Leser*innen langweilen. Tatsächlich lassen sich viele Leser*innen durch Beschreibungen in ein Buch ziehen und genießen diese Erfahrung. Offenbar gib es verschiedene Formen der Beschreibung: Solche, die langweilen, und solche, die begeistern. Was macht eine begeisternde Beschreibung aus?

Beschreibungen – Ihr schlechter Ruf

Beschreibende oder erzählende Textpassagen haben einen schlechten Ruf. Der Vorwurf, dass sie langweilen, kann zutreffen. Einige Beschreibungen informieren über die Landschaft, das Mobiliar, die Sommersprossen auf der Schulter der Protagonistin. Sie sind statisch und voller Informationen, die eventuell wichtig sind. In dieser geballten Form können die wenigsten Leser*innen sie aufnehmen, um sie in dem Moment, an dem die Information wichtig wird, abrufen zu können. Textstellen, die den Leser*innen mitteilen, was die Charaktere tun, sparen zwar Seiten, doch sie können die Aufmerksamkeit der Leser*innen nicht binden. Es passiert nichts. Es ist, als ob die Lese*innen gezwungen sind, den Bewegungen der Schatten an der Wand zu folgen.

Beschreibende Textstellen haben zwei Probleme: Sie enthalten zu viele Informationen. Und sie informieren lediglich über Ereignisse. Beides ist für Leser*innen langweilig.

Leser*innen in die Handlung ziehen

Alle Bücher haben Charaktere. Diese Charaktere und ihre Körperlichkeit können das Problem der Beschreibungen lösen. Mit ihren Körpern verfügen Charaktere über die fünf Sinne: Sie riechen die Sommerblumen oder auch das Aas. Sie hören die Vögel zwitschern oder Knirschen des Kies auf der Auffahrt, sie sehen die Sommersprossen auf den Wangen oder die Made in der Wunde. Sie schmecken den reifen Pfirsich oder Blut, sie spüren das Streicheln des Seidennachthemds oder das Kratzen der Rosendornen an den Beinen. Diese Empfindungen möchten die Leser*innen teilen. Also sollten sie die Gelegenheit erhalten, die Umgebung der Charaktere über deren körperliche Wahrnehmungen zu erleben.

Über diese Wahrnehmungen lässt sich die Umgebung mit dem Handeln verbinden. Es passiert etwas und gleichzeitig erhalten die Leser*innen Informationen über den Raum um die Charaktere. Beschreibende Textstellen erlauben es auch, die Handlung zu verlangsamen oder das Tempo zu erhören. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, die Spannung zu steigern. Wichtig ist nur, dass die Leser*innen im weiteren Text auch etwas finden, das sie miterleben können.

 

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