Beispiel für direkte Leserforschung

Wenn wir ein Buch schreiben, wissen wir erst durch die Reaktionen von Lesern, wie andere Menschen unsere Ideen und unsere Sprache wahrnehmen. Dessen sind wir uns bewusst, und aus diesem Grunde lassen wir einen Text mehrfach gegenlesen und testlesen, ehe wir ihn veröffentlichen. Ein Buch hat jedoch noch andere Teile, mit denen Leser in Kontakt kommen und die entscheidend für oder gegen einen Kauf sind: Cover und Klappentext. Das Cover zeigen wir vielleicht noch Dritten, ehe wir es mit dem Buch verbinden. Doch wie viele Personen lesen unseren Klappentext, ehe wir ihn hochladen oder in das Cover eines Printbuchs einsetzen?

Im September erschien auf dem Blog von Tolino Media der Bericht eines Autors, der eine besondere und doch einfache Methode wählte, um Meinungen zum Cover und zum Klappentext einzuholen. Danny R. Wood führte während einer Zugfahrt eine Befragung durch. Damit folgte er der These, dass fremde Menschen die ehrlichste Kritik geben. Fremde müssen keine Rücksicht auf freundschaftliche Gefühle nehmen und werden auch nicht von persönlichen Vorbehalten beeinflusst. Auswahlkriterium seiner Probanden war, ob sie im Zug  lasen oder nicht.

Ehrliches Feedback kann verletzen. Diese Erfahrung musste Danny R. Wood machen, denn die Befragten kritisierten Titel, Cover, Klappentext und Autorennamen gnadenlos. Von dieser Kritik ließ er sich nicht einschüchtern, sondern überarbeitete alles bis hin zum Namen.

Eine Zugfahrt kann also statt verlorener Zeit spannend und nützlich sein. Das Beispiel zeigt, wie mutige Autoren mit geringem Aufwand eine Befragung durchführen können.

 

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