Was ist die Farbe einer Buchseite?

Bei der Farbe einer Buchseite denken wir meistens an die Farbe des Papiers. Natürlich sollte man sich auch Gedanken darüber machen, auf welchem Papier, und damit auf welcher Farbe, ein Buch gedruckt werden soll. Hier geht es jedoch um den Eindruck von Grau, den die gedruckten Buchstaben auf einer Buchseite hinterlassen. Dieser Eindruck kann auf Leser einladend oder abschreckend wirken und ist damit ein Faktor, der unabhängig vom Inhalt des Buches den Lesegenuss beeinflusst.

Der sogenannte Grauwert eines Textes spielt eine große Rolle für die gute Lesbarkeit eines Textes. Sie können dies testen, indem Sie eine gedruckte Buchseite in Leseabstand vor sich halten und die Augen leicht zukneifen. Die einzelnen Buchstaben verschwimmen, Sie sehen die Zeilen als graue Balken. Dichte und dunkle Balken, die nah beieinander liegen, lassen eine Buchseite dunkler erscheinen als helle Balken. Entscheidend für die Farbe einer Buchseite, für ihren Grauwert, sind Abstände zwischen Schriftzeichen und zwischen Zeilen. Je enger Zeichen und Zeilen auf einer Buchseite zusammenstehen, desto schwieriger fällt das Lesen.

Um einen Eindruck über die Wirkung von Abständen zu bekommen, können Sie eine Seite in einem Buch für junge Leser mit einer Seite aus einem Buch für erwachsene Leser vergleichen.

Bedenken Sie bei der Planung des Buchinneren (und damit der gedruckten Textseiten):

  • Wer soll das Buch lesen? (Kinder, Jugendliche, Erwachsene)
  • Enthält das Buch reinen Text oder auch Grafiken, Bilder, Tabellen, etc.?
  • Enthalten die Kopfzeilen Text?
  • Steht die Seitennummer oben oder unten?
  • Welcher Schriftfont eignet sich für Leser und Inhalt am besten?
  • Wie groß sollten Schriftgröße, Zeichenabstand, Wortabstand und Zeilenabstand sein?
  • Wie breit sollten die Ränder sein?

Drucken Sie für die Wirkung von Schriftfonts eine Seite in verschiedenen Schriften aus und testen Sie Abstände und Ränder. Dazu genügt Ihr privater Drucker.

Achten Sie bei Serien auch auf den Wiedererkennungswert des Designs im Buchinneren.

 

Kommentar verfassen

Related Post

Ein horizontales Inhaltsverzeichnis? Experiment für ein Sachbuch über das SchreibenEin horizontales Inhaltsverzeichnis? Experiment für ein Sachbuch über das Schreiben

(c) Ole Sevecke Schon vor einiger Zeit stieß ich bei Joel Friedlander auf eine Überlegung, die ich seitdem nicht mehr abschütteln konnte. Es ging um ein horizontales Inhaltsverzeichnis und horizontales Veröffentlichen. Friedlander schlug vor, Sachbuchautoren sollten überlegen, wie sie ihren Blog und damit ihre Leserschaft nutzen können, um ihre Bücher

Passiver Widerstand: Das ungute Gefühl, schreiben zu wollenPassiver Widerstand: Das ungute Gefühl, schreiben zu wollen

Mir fällt immer wieder auf, dass in Foren Menschen mitteilen, sie würden gerne schreiben. Diese Menschen klagen, dass sie sich nicht trauen. Meistens erhalten sie aufmunternde Antworten von anderen Forumsmitgliedern, manchmal aber auch dumme oder gemeine Kommentare, die das ungute Gefühl nur verstärken dürften. Der Wusch zu schreiben löst heftige Reaktionen

%d Bloggern gefällt das: