By | 4. Juli 2019

Angst vor dem Versagen

Eine geheime, und deshalb in sozialen Medien heftig diskutierte Angst von Autoren ist die Angst vor dem Versagen. Man kann diese Angst zelebrieren, indem man so tut, als kennte man sie nicht, oder man kann die Angst kultivieren als eine Art von berufsbedingter Lebensqualität. Dahinter stecken echte Ängste, doch echte Ängste zuzugeben, ist viel schwerer als sich hinter einer Modediagnose zu verstecken. Was geht in uns Autoren vor, wenn wir mit der Angst vor dem Versagen kämpfen?

Angst vor dem Versagen – Angst ist sehr persönlich

… und auch individuell. Daher verbinden unterschiedliche Autoren unterschiedliche Ereignisse und Zustände mit dem Versagen. In vielen Fällen ist die Angst vor dem Versagen mit einem Vergleich verbunden. Ein anderer Autor verkauft mehr Bücher, eine andere Autorin erhält einen Preis, eine dritte Autorin hat eine emsige Agentin, die ihr in Zukunft Erfolg bringen wird.

Ebenso oft beginnt die Angst vor dem Versagen mit den Zielen, die sich Autoren setzen, bzw. die andere ihnen vorgeben. Ein Abgabetermin hängt wie ein Damoklesschwert über der einen Autorin, eine andere quält sich mit dem Erreichen einer täglichen Mindestwortzahl ab, ein weiterer Autor sieht seine Marketingbemühungen in einem Berg Rechnungen untergehen.

Angst vor dem Versagen – Hinter der Angst steht ein Versprechen

So verschieden Autoren ihre Angst vor dem Versagen formulieren, hinter jeder Angst steht ein Versprechen. Wenn, und nur wenn, die Ziele erreicht und der Vergleich eingestellt sind, dann gehen die nörgelnden Stimmen weg, dann ist freies Schreiben möglich, dann dürfen die Autoren glücklich sein.

Aber im Zustand der Angst fällt der Vergleich immer zu Ungunsten des jeweiligen Autors aus und die Ziele bleiben unerfüllt. Und sogar wenn wir ein Ziel erreicht haben, stellen wir fest, dass die nörgelnden Stimmen bleiben.

Gibt es eine andere Möglichkeit, diese Stimmen loszuwerden und die Angst zu überwinden?

Angst vor dem Versagen – Du lebst nur einmal

Viele Ängste relativieren sich, wenn es uns gelingt, einen nüchternen Blick auf unsere Situation zu werfen. Wir leben nur einmal. Was haben wir zu verlieren? Wir sollten uns freuen, wenn es uns gelingt, regelmäßig zu schreiben. Wir sollten uns freuen, wenn wir ein Manuskript fertigstellen, eine Überarbeitung abschließen. Wir sollten auf unsere Möglichkeiten sehen und dann eventuell unsere Pläne ändern. Kein Verlag will unser Buch annehmen? Veröffentlichen wir es selbst.

Es ist so einfach, sich hinter Ängsten zu verstecken, aber es ist befreiend, in kleinen Schritten die Ängste hinter sich zu lassen.

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