By | 21. November 2019

vorbereiten

Ich mag das Wort plotten nicht. Es ist ein Anglizismus, auf den man leicht verzichten kann. Aber auch wenn ich meine Bücher nicht plotte, plane ich sie. Es ist immer einfacher, und vor allem effektiver, etwas zu schreiben, von dem man eine genaue Vorstellung hat. Eine möglichst genaue Vorstellung zumindest. Daher sollten Autor*innen ihren Roman vorbereiten, ehe sie mit dem Schreiben beginnen. Vorbereiten kann schlicht darin bestehen, aufzuschreiben, was bereits im Kopf vorhanden ist.

Vorbereiten – Was ist schon im Kopf?

Vor dem Schreiben drehen sich die Gedanken längere Zeit um das neue Buch, seine Handlung, seine Figuren, seine Wendungen und sein Ende. Andere Aspekte wie das Thema oder die Botschaft spielen in dieser Phase oft noch keine Rolle. In Hinblick auf die Schreibphase und die spätere Überarbeitung ist es jedoch hilfreich, Notizen zu dem neuen Schreibprojekt anzufertigen. Fragen Sie sich:

  • Wer sind die Charaktere? Welche davon sind die Protagonisten und Antagonisten? Was sind ihre Ziele, was treibt sie an, was hält sie zurück? Was wissen wir außerdem über sie? – Ein Steckbrief der wichtigsten Charaktere lässt diese während des Schreibens realer erscheinen. Er hilft auch zu erkennen, dass sich ein Charakter untypisch verhält.
  • Wo und wann findet die Handlung statt? Welche Informationen über die Zeit und Ort sind schon vorhanden, was muss noch geklärt und mit der Idee der Handlung abgeglichen werden?
  • Was ist eigentlich die Handlung? In welche groben Abschnitte kann sie zum jetzigen Zeitpunkt unterteilt werden? Was passiert in diesen Abschnitten?
  • Was ist das Thema meines Romans? Warum möchte ich darüber schreiben und warum glaube ich, dass andere darüber lesen möchten?
  • Was ist die Botschaft meines Romans? Was will ich unbedingt mitteilen?

Vorbereitung ist nicht Schreiben

Es ist eine Sache, einen Roman vorzubereiten, es ist eine andere, die Idee für ein Buch in ein Korsett zu zwängen, in dem sie unbeweglich verharren muss. Wenn wir einen Roman vorbereiten, lassen wir uns Spielraum für Änderungen, sei es durch neue Ideen, neue Informationen oder neue Wendungen, die unsere unzähmbaren Charaktere erzeugt haben. Es ist meistens die bessere Entscheidung, den neuen Wendungen zu folgen. Das Buch wird dadurch lebendiger und kreativer. Dennoch besteht die Gefahr, dass das Projekt aus dem Ruder läuft. Alle Änderungen der ursprünglichen Planung müssen schriftlich festgehalten werden:

  • Wer oder was hat sich geändert?
  • Welche Auswirkungen hat die Änderung auf den weiteren Text?
  • Hat die Änderung Auswirkungen auf bereits geschriebene Abschnitte?
  • Was muss als Folge der Änderung ebenfalls geändert werden?

In meiner Erfahrung ist es sinnvoll, während des Schreibens ein Logbuch der Szenen und der tatsächlichen Handlung zu führen. Verzeichnen Sie darin auch die Charaktere, gegebenenfalls mit ihrer Kleidung und wichtigen Ausstattungsstücken. Bei der Überarbeitung können Sie sich anhand dieses Logbuchs einen Überblick verschaffen, was Sie tatsächlich geschrieben haben und was Ihrer Vorbereitung unter den Tisch gefallen ist.

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