By | 22. April 2018


Autoren lesen immer wieder, dass sie Leser nicht mit Informationen überschütten sollen. Dies gilt besonders für den Beginn einer Handlung. Es ist jedoch möglich, dass sie zu wenig Informationen anbieten und damit beim Leser Fragen auslösen, die ihn von der Handlung wegführen. Der Grad, auf dem Autoren zwischen zu vielen und zu wenigen Informationen wandern, ist wie immer schmal, zumal Leser nicht im gleichen Maß vor Informationen zurückscheuen oder nach Informationen Ausschau halten.

Das Problem des Zuviels an Information ist bekannt. Zu viel Informationen nehmen Spannung, weil sie Fragen beantworten, die der Leser sich stellen sollte. Zu wenig Informationen lassen die Leser ins Leere laufen. Um sich in der Geschichte zu orientieren, suchen sie nach Antworten für Unklarheiten, doch die Unklarheiten lenken möglicherweise von der Entwicklung der Handlung ab. Im schlimmsten Fall ziehen Leser falsche Schlüsse über die Charaktere und die weitere Handlung und brechen die Lektüre bereits am Anfang oder, mit noch größerer Enttäuschung, im Verlauf der Handlung ab.

Möglichst schnell sollten Leser erfahren, wer die Charaktere sind, wo sie sich befinden und was der Konflikt in der Szene (und im weiteren Text) ist. All diese Informationen müssen nicht in einer betulichen Auflistung erfolgen. Solche Auflistungen führen meistens zu einem Zuviel an Information. Sie können indirekt vermittelt werden, in Form einer wörtlichen Rede, eines Gedankens, eines Straßenschildes oder vielleicht einer Überschrift in der Zeitung.

Um den Konflikt darzustellen, bietet manchmal der ursprünglich gewählte Anfang keinen optimalen Rahmen. In diesem Fall kann man versuchen, an einen früheren Zeitpunkt zu wechseln, und die Handlung mit dem Ereignis anfangen zu lassen, das den Konflikt auslöste.

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