By | 28. November 2019

nicht-Autoren

Nicht-Autoren haben manchmal Vorstellungen über das Autorenleben, die wenig oder nichts mit der Realität zu tun haben. Das ist an sich nicht schlimm, denn wir alle hegen unzutreffende Vorstellungen über Berufe, die wir nicht ausüben. Das schlägt sich gelegentlich in den Berufen, die unsere Charaktere ausüben, nieder. Problematisch wird es nur, wenn nicht-Autoren ihre Vorstellungen so vehement äußern, dass angehende Autoren und unsichere Autoren sie für wahr halten.

Sehen wir uns einige dieser Vorstellungen über das Autorenleben an und überlegen uns eine Gegendarstellung.

Nicht-Autoren: Talent alleine macht einen guten Autor

Talent ist wichtig, aber es ist nur eine Zutat in der Zusammensetzung eines guten Autors. Andere wichtige Zutaten sind Fleiß, Beharrlichkeit, Geduld, Neugier und Optimismus. Es gibt noch viele weitere Zutaten, aber wenn neben Talent die eben genannten zusammenkommen, besteht die Hoffnung, dass aus einem Menschen, der gerne schreibt, ein guter Autor wird.

Nicht-Autoren: Für die Kunst muss man alles aufgeben

Diese Vorstellung ist reichlich romantisch. Vermutlich geht sie zurück auf das Klischee des genialen Künstlers, eines Mannes, der Beruf und Familie aufgibt, um sich ganz der reinen Kunst zu widmen. Dieser geniale männliche Künstler darf dann bewundert oder belächelt werden, insbesondere wenn das Schreiben wenig Geld einbringt. Eine Künstlerin, die diesen Weg geht, darf hingegen vor allem mit Spott und Kritik für ihren Egoismus rechnen.

Tatsache ist, dass ohne Brotberuf viele Autoren und Autorinnen nicht leben können. Tatsache ist auch, dass eine Familie ein Sicherheitsnetz sein kann. Hinzu kommt, dass Beruf wie Familie Quellen der Inspiration sein können.

Apropos Inspiration …

Nicht-Autoren: Schreiben ohne Inspiration geht nicht

Nicht-Autoren haben ein eingeschränktes Bild von Inspirationen. Sie vermuten dahinter eine göttliche Einhauchung, oder deren nicht-religiöses Äquivalent. Es würde viele nicht-Autoren schockieren, wenn sie wüssten, dass die eine Inspiration extrem selten ist. Meistens wirken zahlreiche kleine Inspirationen zusammen, und das können wirklich kleine Dinge und Empfindungen sein, wie ein Duft, ein Gefühl auf der Haut, ein Wort oder der Beigeschmack einer Speise.

Fazit: Schreiben kann man nicht lernen

Dieser Vorstellung kann man mit einem entschiedenen Jein begegnen. Schreiben lernt man nicht wie das Einmaleins. Es ist eine  Fähigkeit, die man immer wieder anwenden muss und immer weiter verbessern kann. Wirklich besser werden Autor*innen nur durch das Schreiben. Deshalb ist es so wichtig für sie, mit dem Schreiben zu beginnen und nicht länger davon zu träumen.

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